Druckschrift 
Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schoeffer waehrend des 16. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz, Worms, Strassburg und Venedig : enthaltend d. Drucke d. Johann Schoeffer 1503 - 1531, d. Peter Schoeffer d. Juengeren 1508 - 1542 u. d. Jvo Schoeffer 1531 - 1555
Entstehung
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bereich der Druckliof das Haus zum Humbrecht lag, möglicherweiseaber auch die dem Druckhofe gegenüber gelegene jetzt zerstörteFranciscanerkirche. Wann Johanns Mutter Christine starb, steht eben-falls nicht fest.

Nach dem Tode seines Vaters übernahm Johann dessen Geschäftin dem freiadeligen Hof zum Humbrecht in der Schustergasse, jetztdem Schoefferhof. l ) Wie sein Vater war er Verleger und Buchdruckerzugleich. Kein Verlagsartikel desselben hat den Vermerk des Ortsder Verkäuflichkeit oder weist den Namen des Verlegers auf, wodurchbei Peter und Johann Schoefl'er eine Verbindung von Verlag mitDruckerei vorauszusetzen ist. Die finanzielle Lage des Schoeffer'schenGeschäfts war bei der Uebernahme eine jedenfalls gesicherte undgeradezu blühende zu nennen. Peter Schoefl'er hatte trotz entstandenerConcurrenz in Mainz und der Thätigkeit der Verlagsgeschäfte inNürnberg, Basel, Augsburg, Strassburg etc. und der hierdurch geringergewordenen Anzahl Verlagsartikel doch für Mainz und Umgegend dieerste Stellung als Verlagsbuchhändler und Drucker behauptet, wobeiihm manche Vortheile zu Gute kamen, die in ihrem localen Charactervon Belang waren. Mainz war Sitz des Reichserzkanzleramts und hattedasselbe frühe das Vortheilhafte, welches der Buchdruck für rascheVeröffentlichung der Reichsverordnungen und Erlasse des Kaisers bot,erkannt und benutzt. Die Stadt Mainz bot Ende des XV. Jahrhundertsnur an Peter Schoeffer einen grösseren leistungsfähigen Buchdrucker,dem der Reichserzkanzler die zu seiner Obliegenheit gehörende Ver-öffentlichung der Reichserlasse durch den Druck übertrug und damiteine periodisch sich wiederholende sichere Einnahmequelle eröffnete.Dadurch ward Peter Schoeffers Druckerei eine Art privilegirterDruckerei des Kurerzkanzleramts, wenn damit auch keine strenge Ver-pflichtung, die Erlasse nur bei Schöffer drucken zu lassen, vorhandenwar, sondern nur in dem bequemen Verhältniss, dass der Sitz des Erz-kanzlers zugleich Sitz der Druckerei war, seine Begründung fand.Dieses Verhältniss veranlasste auch andere Obrigkeiten, ihre Erlassebei Peter Schoeffer drucken zu lassen. Das Grossherzogliche Staats-archiv zu Darmstadt besitzt unter seinen Verordnungen einen Abdruckder Gerichtsordnung Landgrafs Wilhelm III. mit der Schlussschrift:zu Mentz durch Peter Schöffer zu Gernssheim getruckt ... uff sant

1) Ueber den Hof vgl. Mainz, geschichtlich, topographisch und malerischdargestellt von H. Brühl. Mainz 1829. S. 269. Daselbst die am Eingängezum Hintergebäude des Schoefferhofs errichtete Inschrift. Mainz und seineUmgebungen. Geschildert von K. Klein. Mainz 1857. S. 5658. Der Hofward um 1584 umgebaut, hiess auch der Dreikönigshof, weil eine bis 1780bestandene Capelle daran erinnerte, dass dort die Schädel der hl. drei Königebei der Ueberbringung nach Cöln ruhten. Eine Abbildung des Innern desDreikünigshofs in: Gedenkblätter zur Gutenbergfeier am 50. Jahrestage derErrichtung des Gutenbergdenkmals zu Mainz 14. Aug. 1837. Mainz 1887.XVIII. S. 6.