Druckschrift 
Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schoeffer waehrend des 16. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz, Worms, Strassburg und Venedig : enthaltend d. Drucke d. Johann Schoeffer 1503 - 1531, d. Peter Schoeffer d. Juengeren 1508 - 1542 u. d. Jvo Schoeffer 1531 - 1555
Entstehung
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desselben seinem Sohne Johann überlassen zu haben. Diese Vermuthunghat schwer wiegende technische Gründe für sich. Mainz besass imletzten Viertel des XV. Jahrhunderts ausser dem Sitze des ersten geist-lichen Würdenträgers des Reichs eine Hochschule, war von einerwohlhabenden auf dem Gebiete des Handels und der Gewerbe hoch-stehenden Bevölkerung bewohnt, besass in seinen Mauern reiche, dieWissenschaften pflegende Stifte und Klöster und konnte an der Handdieser Verhältnisse eine eifrige Pflegerin der Buchdruckerkunst sein.Da dieselbe aber damals bereits nach dem Erwerbe ging, sah PeterSchoeffer, der erste Mainzer Verleger, sich veranlasst, der in Mainzherrschenden Richtung in seinem Verlage Rechnung zu tragen. DerClerus besass in Mainz das Uebergewicht, die Studien desselbenerforderten theologische und kirchemechtliche, der Gottesdienst litur-gische Bücher. Peter Schoeffer genügte diesen Bedürfnissen, wobei ersich auch für seinen ausgedehnten auswärtigen Buchhandel trefflichstand, da anderwärts selbstverständlich eine gleiche Richtung herrschtewie in Mainz und gleiche Bedürfnisse vorlagen. In den letzten Jahr-zehnten des XV. Jahrhunderts machte sich durch das aufblühendeSchulwesen und das wachsende Bedürfniss des Volkes ein andererGeist breit; das Bedürfniss nach Büchern in der Volkssprache brachsich überall Bahn, auch hatte der Humanismas aus Italien sich ver-breitet und gerade in den Städten eine wesentliche Stütze gefunden,damit auch die Verbreitung der Classiker und Schulbücher durch denDruck angeregt. In dieser Richtung erfolgte auch im Geschäfte PeterSchoeffers um 1484 eine Wandelung, welche wohl dem EinflüsseJohann Schoeffers zuzuschreiben ist. Gegenüber den theologischen undkirchenrechtlichen Folianten erscheinen seit 1484 Bücher in deutscherSprache, in kleineren Formaten und gut illustrirt, zugleich als Druck-schrift die Schwabacher Type.

Peter Schoeffer beendete am 20. December 1502 sein letztesdatirtes Druckwerk, die dritte Auflage des Mainzer Psalteriums,') undmuss bald darauf gestorben sein, da am 8. April 1503 Johann Schoefferseinen ersten datirten Druck lieferte. Zwischen dem 20. December 1502und dem 8. April 1503 liegt Peter Schoeffers Todestag, Genaueresist unbekannt. Auch die Stätte seines Begräbnisses kennt man nichtmehr. Jedenfalls war es die nahe Quintinskirche, in deren Pfarr-

1) Da weder Schaab noch v. d. Linde, Das Breviarium Moguntinum S. 48,die Schlussschrift richtig lieferten, theile ich dieselbe nach dem DamistädterExemplar hier mit: |P] Besens psalmorti codex, venustate capitaliü | decorat 9Rubriatiöibusqz sufficienter distlct 9 | Adinuentione artificiosa iinprnendi accaracterizädi | absqz calami vlla exaratiöe sie effigiatus. Et ad euse | biauidei industrie est cösumatus in nobili vrbe ma | guntina, Per Petrü Schofferde Gernszheim . An | 110 domini Millesimo quingentesimo seeundo . In | vigiliasaneti Thome . | Wappenschilde Fust-Schoeffers. Ein weiteres als die be-kannten Exemplare zu Darmstadt, Frankfurt, Paris und Mainz Domschatzbesass der Herzog de la Valliere, vgl. de Bure, catalogue de la bibliothequede la Valliere I, 235. v. d. Linde blieb dasselbe unbekannt.

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