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Die St.-Quirinus-Kirche zu Neuss : unter Zugrundelegung der Restaurationspläne des Regierungsbaumeisters Julius Busch
Entstehung
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Blick auf den Querschnitt (Fig. 7) macht dies klar der Fussboden der Oberkirchein den Querschiffflügeln höher gelegen haben als in der Vierung. Neuerlich vor-genommene Bauarbeiten in dem Nordflügel haben dies ausser Zweifel gestellt.

Es haben sich dort nämlich bei der Herstellung eines neuen Fussboden-belages sowohl an der Aussenseite der Nordwand der alten Krypta, wie an derUmfassungsmauer der Concha, besonders auch an der gleichen Stelle wie in dersüdlichen Concha neben dem östlichen Flankirthurm, gleich einfache Kämpfergesimsegefunden. Ebenso zeigten sich im Innern entsprechend der Südconcha die glattverputzten und im Bogen geschlossenen Laibungsflächen der jetzt von aussen ver-mauerten Fenster. In der Westecke befand sich eine Thür, welche die Verbindungmit den ehemals auf der Nordseite sich anschliessenden Stiftsgebäuden vermittelte.

Umfassendere Aufgrabungen, welche vielleicht über die innere Gestaltungdieses Raumes Aufschluss gebracht hätten, konnten mit Rücksicht auf die gottes-dienstliche Benutzung der Kirche nicht angestellt werden; indess ist das erzielteResultat auch ohnedies ausreichend, um darzuthun, dass auch die Querschiffflügelursprünglich mit kryptenartigen Unterbauten versehen waren, deren Gewölbe überden Fussboden der Vierung heraufreichten und auf diese Weise eine Art Empor-bühne bildeten, von wo die Stiftsdamen in bequemer Weise dem Gottesdienstefolgen konnten.

Welcher Grund die Zerstörung dieser Gewölbeanlagen veranlasst hat, ist nichtbekannt; auch nicht, warum man sich damit begnügte, das Gewölbe, dem dabeieine mit den übrigen Gewölben der Krypta übereinstimmende Höhe gegebenwurde, nur in der Südconcha zu erneuern. In der Nordconcha hat man nämlichden Raum mit Schutt verfüllt. Mit der eigentlichen Krypta scheinen diese Con-chenräume nur in losem Zusammenhange gestanden zu haben; auf der Nordseitesteht die alte Wand der Krypta noch jetzt vollständig aufrecht; auf der Südseiteist dieselbe allerdings bis auf die Pfeiler hin jetzt durchbrochen, doch scheint dieseAnordnung ebenso wie das Gewölbe erst dem vorigen Jahrhundert anzugehören;bis dahin bestand vielleicht nur eine Verbindung, wie sie Fig. 20 zeigt.

Der Einfluss dieser Bauten auf die Krypta des 11. Jahrhunderts war somitnicht von besonders tiefgreifender Bedeutung; von grösserem Einfluss in dieserHinsicht waren, von jener schon erwähnten östlichen Verlängerung abgesehen, dieEinbauten, welche als Subkonstruktionen der Vierungspfeiler der neuen Kircheerforderlich wurden. Ausser den schon besprochenen Aussenmauern wurden nurdie Bündelsäulen und die westlichen Pfeiler der Mittelschiffwände in ihrem altenZustande belassen. Die Gewölbe wurden ganz erneuert. An Stelle der beidenwestlichen Bündelpfeiler stehen jetzt die westlichen Vierungspfeiler. Dagegen dürftesich in der Westwand des Mittelschiffes, welche ebenso wie die Seitenwände mitFlachnischen versehen ist, noch der alte Bauzustand erhalten haben, wenn auchdie vorgelegten Halbsäulen eine spätere Zuthat bilden.