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Die St.-Quirinus-Kirche zu Neuss : unter Zugrundelegung der Restaurationspläne des Regierungsbaumeisters Julius Busch
Entstehung
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auch unserem Steine zuzuerkennen; er dient als Beweis dafür, dass schon in jenemJahrhundert hier eine Kirche bestand, da in ihr für die, übrigens nicht weiternachweisbare, Alpeda eine Memorie zu halten war.

Mit noch grösserer Wahrscheinlichkeit", sagt Aldenkirchen,wird dasVorhandensein dieser älteren Kirche durch einen andern jüngst zu Tage geför-derten Fund dargethan. Wie so manche romanische Kirche am Rhein, es sei nurerinnert an die St. Martinskirche in Köln und die Pfarrkirche zu Andernach, warder Fussboden der St. Quirinuskirche in Neuss, wahrscheinlich um die Mitte desvorigen Jahrhunderts, um ein Beträchtliches erhöht worden. Dadurch verbliebennicht bloss die prächtigen und reich gegliederten Pfeilerbasen gänzlich verdeckt,sondern auch die Hallen der Kirche büssten viel von dem schlanken Eindruckein, den der Erbauer ihnen zu geben gewusst hatte. Unter der umsichtigen Lei-tung des Regierungs-Baumeisters Julius Busch in Neuss, in dessen Hand auchdie nach einheitlichem Plane allmählig auszuführende Wiederherstellung des so viel-fach geschädigten Baudenkmals gelegt ist, wurde diese den Totaleffekt störende Boden-erhöhung jüngst beseitigt, zur grossen Freude der Pfarrgemeinde und aller Freundemittelalterlicher Architektur. Bei den hierbei und zur Anlegung einer neuen Gas-röhrenleitung unternommenen Arbeiten wurden höchst belangreiche Funde gemacht,um deren Erhaltung, Hebung und Aufnahme der Bauleiter die anerkennungswerthestenVerdienste sich erworben hat. Zunächst wurde bei dieser Gelegenheit ein aus derMitte des Mittelschiffes zu der Krypta hinabführender Eingang von 1,38 m Breiteentdeckt, der im 18. Jahrhundert als Grab für die Aebtissin Louise von Loebenutzt und zu diesem Zweck nach beiden Seiten hin vermauert worden war, sodass der Zugang zur Krypta von da an nur aus den Seitenschiffen möglich war.

Zur Rechten und Linken des jüngst aufgedeckten Einganges führten ehedem(im Grundriss, Fig. 2, und Schnitt, Fig. 3, eingezeichnete) Stufen aus Tuffstein mittheilweise noch erhaltener Hausteinabdachung zu dem wegen der Kryptenanlagewesentlich gegen das Schiff der Kirche erhöhten Chorraum hinauf. Vor diesenStufen nun fand man rechts vom Krypteneingange einen höchst interessanten, inseiner Musterung aus Fig. 2 rechts erkennbaren Plattenbelag. Derselbe lag abernicht in der Höhe der alten, jetzt wiederhergestellten Flur, welche mit der Unter-kante der Pfeiler des 1209 begonnenen Baues in gleichem Niveau liegt, sondern0,49 m tiefer, als die Unterkante dieser Kirchenpfeiler. Dass dieser Belag beiErbauung der jetzigen Quirinuskirche verschüttet wurde, ist offenbar. Seine Wieder-aufdeckung dient uns als Beweis, dass hier einst eine andere Kirche gestandenhaben muss und zwar eine solche, die nicht bloss älter war als der jetzt nocherhaltene, dem Anfange des 13. Jahrhunderts angehörende Bau, sondern auch älterals die in diesen späteren Bau hereingezogene Krypta, deren Anlage nach Aus-weis der in ihrem ältesten Theile sich zeigenden Würfelkapitäle der Säulen in derletzten Hälfte des 11. Jahrhunderts erfolgt sein dürfte.