Resektion des linken Fussgelenks wegen Schussfraktur desTalus. Vorhanden sind nur die ziemlich intakten unteren Ge-lenkenden der beiden Unterschenkelknochen mit je zwei Säge-fischen, der Talus liegt nicht bei.
Das Präparat stammt aus dem Feldzug 1870/71. Die Resek-tion ist am neunten Tage nach der Verletzung gemacht; Patientmusste später amputirt werden.
Amputationen.(Hierzu vergl. X1H. C 1.)
Exartikulationen.Vacat.
Andere Operationen.Vacat.
Sekundäre Verhältnisse.
Kontusionen, Absprengungen, partielle
Frakturen.
(Hierzu vergl. XII. A 10.)
XIII. A 8.Schussfraktur des reckten Talus.Das Präparat wurde fünf Wochen nach der Verletzungdurch Amputation gewonnen. Es zeigt einen lochförmigenDefekt im Kopf des Talus, die angrenzenden Fusswurzelknochenund das Tibia-Tarsalgelenk im Zustande kariöser Zerstörung.
Anton Junkersdorf vom 3. Rhein. Inf. Regt. No. 29,verwundet am 24. Dezember 1870 an derHallue durch Gewehr-schuss. Amputirt am 31. Januar 1871 nach abgelaufener Wund-diphtherie.
[8. Feldlazareth I. Armeekorps.]
XIII. A 9.
Doppelschuss in das linke Fussgelenk.
Zerschmetterung der Gelenktheile.
Das Präparat besteht nur aus dem Talus, dessen hintereHälfte eine an der Artikulationsfläche für den Kalkaneus amdeutlichsten sichtbare, den Knochen seiner ganzen Dicke nachdurchsetzende Fissur zeigt.
Paul Icaczo vom Oesterreich. 64. Inf. Regt., verwundetam 3. Juli 1866. Zwei Kugeln drangen ins linke Fussgelenkdicht vor dem Mall. ext. unmittelbar nebeneinander ein. WegenVerjauchung der Weichtheile am 25. Juli Amputation imunteren Drittel des linken Oberschenkels, Lazareth Görlitz.Patient wurde als geheilt evakuirt am 27. September 1866.
XIII. A 10.
Schussfraktur des linken Fussgelenks.Das Präparat ist 21 Tage nach der Verletzung durchAmputation des Unterschenkels 6 cm über dem Fussgelenk ge-wonnen. Der Mall. int. ist von der Tibia abgesprengt, ebensodas demselben anliegende Stück des Talus. Von der Bruchstelleder Tibia aus zieht eine Fissur, an der inneren Wand desKnochens beginnend, schräg nach oben und aussen bis an den
äusseren Rand der Amputationssägefläche. Dünne Knochen-auflagerungen finden sich auf der hinteren und inneren Flächeder Tibia. Das Präparat stammt aus dem Feldzuge 1870/71.
XIII. A 11.Schussdefekt an der äusseren Fläche des Kalkaneus undTalus linkerseits.Das Präparat ist durch Amputation des Unterschenkelsfünf Wochen nach der Verletzung gewonnen.
Karl Wilde, verwundet am 30. Oktober 1870, amputirtam 9. Dezember 1870. Geheilt.
[3. Feldlazareth des Gardekorps.]
XIII. A 12.Schussdefekt am vorderen inneren Theil der unteren Fläche
des rechten Talusmit Fissurirung nach hinten und oben. Os metatarsi secundifehlt. Der Patient ist an eitrigen Sehnenscheidenentzündungendrei Wochen nach der Verletzung gestorben.
XIII. A 13.
Schussverletzung des rechten Fussgelenks.
Das Präparat zeigt kariöse Zerstörung der Fusswurzel-knochen, die namentlich am Talus weit fortgeschritten ist undfast zu vollständigem Schwund des Gelenkknorpels geführt hat.Unterhalb der Artikulationsstelle der Tibia ein Defekt, der zumgrossen Theil von mechanischer Zerstörung durch den Schussherzurühren scheint.
Gurzend, verwundet im Feldzug 1870/71, Sekundär-amputation des Fusses, ausgeführt im 5. Feldlazareth II. Armee-korps.
XIII. A 14.
Schuss ins rechte Fussgelenk.Das Präparat besteht aus dem schräg durchsägten Kalkaneus,der an seiner Oberfläche theils kariös usurirt, theils mit Osteo-phyten bedeckt ist.
Gefreiter Lorenz Lorenzen vom Inf. Regt. No. 84, durchFlintenschuss verwundet. Die Kugel ist im unteren Drittel derWade eingedrungen und aus der linken Ferse ausgetreten. Amput.cruris drei Wochen nach der Verletzung. Geheilt evakuirt.[Reservelazareth Kreuznach, Dr. Stobel.]
Komplete Frakturen.(Hierzu vergl. 22, 23, 26, 32.)
XIII. A 15.Taf. LIV. Fig. 1.Schuss ins linke Fussgelenkmit Zerschmetterung des unteren Endes der Tibia und ober-flächliche Verletzung des Talus. Amputationspräparat.
Gemeiner Jacard vom Oesterreich. 30. Inf. Regt., ver-wundet am 3. Juli 1866, amputirt am 25. Juli 1866.
[Oberstabsarzt Dr. Toussaint.]
XIII. A 16.
Komplete Schussfraktur
des zweiten und dritten Mittelfussknochens linkerseits.
W. Völss vom Pomm. Fuss-Art. Regt. No. 2, verwundet
am 2. Dezember 1870 vor Paris durch Chassepotkugel am