Band IV.
Band IV.
III. Abschnitt: Physikalische Wirkung der Geschosse auf die Knochen.
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Deformirungen auf: von kaum sichtbarem Eindrucke an derAufschlagstelle bis zur bizarrsten Form, welche ganz undgar keinen Bückschluss auf die Geschossart gestattet, ganzal »gesehen von abgerissenen Theilen. die ja überhauptselten ohne weiteres rekognoszirt werden können. Aufglatten Flächen erscheinen hier und da Andeutungen von[risiren; das seltene Vorkommen desselben geht zur Ge-nüge aus der gewöhnlichen Art der Entstehung hervor:die mindestens zehnjährige Aufbewahrung in der Sammlunghat die heterogene Schicht zu dick werden lassen. Nur zweiProjektile zeigen das Irisiren sehr deutlich: ein Chassepot-geschoss bei Präparat I. 26 auf einer gerifften Fläche,welche durch Abstreifen eines Stückes, gerade als habeman mit schartigem Messer geschnitten, entstanden ist, ingelbröthlich schillernder Farbe und eine ziemlich glatteFläche des blattartig aufgerollten Projektilstückes beiX. A 36; vergl. auch XIV. 27 und 11, 21, 53 u. A.
Weitaus in den meisten Geschossen sind kleine undgrössere (bis stark linsengrosse) Knochenstückchen fest ein-gebettet; dass diese Einlagerungen nicht eingeschmolzen,sondern eingepresst sind, die Fixirung derselben durch dieErwärmung der Langgeschosse lediglich erleichtert wird,ist früher nachgewiesen. (Vergl. S. 12.)
Die Durchsicht der Geschosse mit Pezug auf dieFrage der Erwärmung liezw. Schmelzung bestätigt nur dieAnnahme, dass die Deformirungen ausserordentlich häutigbei Langgeschossen vorkommen, und dass Zeichen statt-gehabterSchmelzung bezw. Vorgänge, welche eine Schmelzung
zu ihrer Deutung forderten, nirgends wahrzunehmen sind.Es ist das auch leicht erklärlich: die Spritzlinge xat' e^ox^vkönnen vom Experimentator wohl sorgfältig aufgefangen
und untersucht werden, im Kriege fehlt dazu Zeit undGelegenheit; die grösseren Stückchen und Stücke einesstark erwärmten Geschosses dringen weit in die Gewebeein und finden hier überreichlich Gelegenheit, ihre viel-leicht vorhanden gewesene charakteristische Schmelzformzu verlieren.
Die Durchmusterung der zahlreichen Projektile ruftdvn Eindruck hervor, dass charakterisirte Formen der Ge-staltsänderung desselben Projektils im Ernstfalle nur sehrausnahmsweise zu Stande kommen. Es gehört wohl zuden grossen Seltenheiten und wird vielleicht bei Salvenfeuernoch am ehesten beobachtet werden können, dass gleicheProjektile unter gleichen Verhältnissen abgefeuert werden,alsbald aber macht sich die grosst5 Mannigfaltigkeit derZiele in Bekleidung, Ausrüstung, Stellung, Individualität etc.selbst bei derselben Truppe geltend. Auffallend häufigkommen Deformirungen aller Art an der Basis der Ge-schosse vor, welche in der Regel auf fehlerhaften ßeschoss-flug ausser- und innerhalb des Körpers zurückgeführt werdenmüssen (Queraufschläge, Ueberschlagen).
An Seltenheiten ist Präparat XIV. 9 zu erwähnen: ein5 Pfund und 15 Gramm schweres Granatstück logirt sichoberhalb der reichten Klaviknla unter der Haut ein, ohneden Knochen zu frakturiren; leider fehlen nähere Angaben;es wurde Heilung erzielt.
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