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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Band TV.

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Band IV.

III. Abschnitt: Physikalische Wirkung der Geschosse auf die Knochen.

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In Präparat X. A 26 (Taf. XXX. 1) befindet sich die Ein-schussöffnung etwa 4 cm über der vorderen Knorrengrenzedes inneren Knorrens mehr nach innen zu, abgewendet vonder Mitte der Vorderfläche, welche soeben noch von demRande des längsovalen, 15 mm breiten, etwa 30 mm langen,schräg von unten innen nach aussen oben gestellten Locheserreicht wird. Die Ausschussöffnung ist an der Hinter-fläche des Femur sehr unregelmässig dreiseitig, da von derunteren und inneren Begrenzung Splitter ausgesprengt sind,deren einer am unteren inneren Winkel festgeheftet ist;von der Basis der Ausschussöffnung ziehen drei grössereFissuren bis zur hinteren oberen Knorpelgrenze herab undumschreiben zwei grössere, zusammen ein unregelmässigviereckiges Stück bildende Splitter, welche nach oben hindurch Kallus befestigt sind, unten nicht abgetrennt waren.Die innere 28 mm breite Wand des Schusskanals ist durcheine quere Fissur getrennt gewesen, welche etwa von derMitte des Einschusses zackig zum inneren unteren Winkelvon A zieht. Beide Schussöffnungen scheinen durch einespitze, 11 cm über die hintere Knorpelgrenze um die innereFemurfläche verlaufende Fissur verbunden gewesen zu sein:hinten sehr deutlich und ziemlich breit ist die vordereund obere Fortsetzung dieser Fissur grösstentheils durchzum Theil dickeren Kallus verdeckt. Von derVerbin-dungsstelle" beider Fissuren geht noch ein durch Kallusnaarkirter Sprung schräg nach oben über die Vorderfläche

Suittte-Bericht Über die Deutschen Heere 1870/71. IV. Bd.

des Femur 6 cm herauf. Die Knorpelfläche ist durchaus

intakt; in die Spongiosa des unteren Endes des Schuss-kanals ist ein abgesprengtes Stück harter Eortikalis festeingedrückt. Der Schusskanal bildet mit der Knochenachseeinen Winkel von 1520 Grad nach der Seite (innen undunten nach aussen oben) und von 45 Grad nach der Längs-richtung hin.

Das dem Präparat beiliegende Chassepot-Projektil zeigtvorn besonders und seitlich zahlreiche kleinste Knochen-theilchen eingepresst, das Gewicht desselben beträgt 24 g;an der rauhen inneren Fläche eines der beiliegendengrösseren Knochensplitter finden sich kleine Bleifragmentefest anhaftend. Das Projektil war 5'/2 Monate nach derVerwundung (1. 9. 70) zusammen mit einigen Knochen-fragmenten entfernt.

Beide Präparate zeigen eine auffallend grosse Aehn-lichkeit, wie aus der Beschreibung und der Tafel erhellt.Zweifellos ist durch beide Projektile die Markhöhle eröffnet;man blickt frei von der Ausgangsöffnung aus in dieseHöhle, deren Begrenzung durch derbe Kortikalis mit nurwenig aufliegender Subst. spong. im Innern gebildet wird.Die Kontinuität des Femur ist fraglos erhalten gewesen;allerdings scheint bei beiden Präparaten eine Absprengungder inneren Femurhälfte durch Fissurirung über demCondyl. int. stattgefunden zu haben, doch ist die Knorpel-fläche intakt geblieben. Die Einschussöffnung liegt bei beidenPräparaten durchaus nur im intermediären Raum. Vergl.auch X. A 79 und XL A 6.

b. An dem intermediären Räume und den

Epiphysen.

An diesem Theile der langen Röhrenknochen werdenLochschüsse verhältnissmässig häufig beobachtet, allerdingszumeist mit Splitterung resp. Fissurirung von dem Kanalaus. Ganz gewöhnlich ist dabei die Ausgangsöffnunggrösser als die des Einschusses, bedingt in erster Liniewohl durch den sich vergrössernden Querschnitt des Pro-jektils, aber auch durch mitgerissene Knochensplitterchen.Ohne jegliche Fissurirung hat die Sammlung kein einzigesPräparat; in fast allen Fällen sind Fissuren bis in die Ge-lenke deutlich an den Präparaten zu sehen; bei X. A 27und XL A 29 sind die Knorpelflächen in grosser Ausdeh-nung durch Eiterung zerstört, so dass event. Fissuren dortnicht mehr nachgewiesen werden können. Bei X. A 23,welches Präparat wohl auch hier noch mit Recht anzu-führen ist, geht eine feinste Fissur durch den oberen Randder Knorpelfläche des äusseren Knorrens. Hierher ge-hörige Präparate sind: primäre Eröffnung des Gelenksdurch das Projektil: IL A 20, III. A 8, IV. A 17 und 18(Taf. XIV. 1), XL A 30 (Taf. XLIV. 1), XII. A 21 (Taf. L. 2);ohne direkte Gelenkeröffnung: X. A. 23 (Taf. XXIX. 1),X. A 27, XI. A 29, XI. A 3 und XL A 34 (Taf. XLV. 2).