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Physikalische Wirkung der Geschosse.
Band IV.
B. Mit Unterbrechung der Kontinuität:
1) Einfache Schussfrakturen.
2) Splitterbrüche.
3) Doppelbrüche.
11. Fissuren und Geleukverletzungen.
III. Schussverletzungen der platten Knochen.
IV. Schussverletzungen des Schädels.
Band IV.
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I. Schussverletzungen der langen Röhrenknochen.
A. Ohne Unterbrechung der Kontinuität.1. Kontusionen.
a. Der Diaphyse.
Matte Projektile, zumal solche mit grossem, sehr wenigbelastetem Querschnitt, haben nicht genug lebendige Kraft,um den Widerstand der Diaphyse zu überwinden; dieselbentreffen die Knochen direkt oder theilen mittelbar durchmehr oder weniger gequetschte aber nicht getrennte Weich-theile hindurch den Insult der festen knöchernen Unterlagemit. Bleibt die Einwirkung des Geschosses lediglich aufdie direkt getroffene Stelle beschränkt, so sprechen wirvon Kontusion (Quetschung) des Knochens, findet abergleichzeitig eine fortgeleitete Wirkung auf die Umgebungder Auftreffstelle statt, so wird eine Kommotion gesetzt.Das letztere geschieht bei der festen Kortikalis der Dia-physen ganz gewöhnlich: es ist kaum denkbar, dass beidieser eine weiterreichende Erschütterung ausbleiben sollte.Stärker deformirte Gewehrprojektile aus Weichblei, dieeckigen, höchst unregelmässig gestalteten Sprengstücke desgroben Geschützes, endlich die ganz unberechenbaren For-men der indirekten Geschosse führen vornehmlich derartigeQuetschungen und Erschütterungen der Diaphysen herbei;gelegentlich bleiben die Projektile am Knochen liegen undumschliessen ihn, oder sie gleiten bei schrägem Auftreff-winkel an demselben ab. Es kommt zu Blutunterlaufungen,zu Zerquetschungen oder Abreissungen der Knochenhautoder gar zu einer Eindrückung der oberflächlichsten Knochen-lamellen ; gleichzeitig bestehen dabei häufig Blutaustretungenin dem erschütterten Mark und Knochengewebe; dem ent-sprechend sind die sekundären Veränderungen höchstvariabler Natur: von der Restitutio ad integrum bis zu denmannigfachsten Formen periostitischer Prozesse und endlichbis zu schwerer Osteomyelitis.
Im Allgemeinen ist der Verlauf ein günstiger; wohlaus diesem Grunde besitzt die Sammlung nur wenige Prä-parate zur Illustration solcher Verhältnisse: Präparat IV. A13zeigt eine sehr geringe Kallusauflagerung, ebenso X. A 101.Präparat X.A lö(Taf.XXVll.l) zeigt Heil ungsvorgänge nacheiner Kontusion des Feinurschaftes durch ein Schrapnel-Sprengstück; die Osteophyten erreichen die beträchtlicheHöhe von 16—17 resp. 18—19 mm bei einer grössten Breitevon 15 und 29 mm (die grösste Breite an der dem Knochen
aufsitzenden Basis der Osteophyten beträgt 18 und 22 bis23mm). — Das Präparat X. A12 (Taf.XXVI. 1) ist 4 Wochennach der Verwundung durch ein glatt geschlagenes Mi-trailleusen-Projektil in Folge Ablebens an Typhus (?) ge-wonnen, ein dünnes Scheibchen Kortikalis ist abgelöst. —X. A 13 endlich ist einem Soldaten entnommen, welchercirca 4 Wochen nach der Verwundung unter den Zeichenschwerer Osteomyelitis zu Grunde gegangen war: die zu-meist oberflächliche Nekrose durchsetzt an einer Stelle an-scheinend die ganze Kortikalis.
b. Des intermediären Raumes und der Epiphyse.
Die zur Epiphyse hin stetig dünner werdende Korti-kalis mit unterliegender Subst. spongiosa setzt auch mattenund breiten Projektilen nur einen verhältnissmässig geringenWiderstand entgegen: die Wirkung kann deshalb eine sein'viel beschränktere, örtlich begrenzte bleiben, indem dieunmittelbar getroffenen Theile der Rinde ziemlich leichtin die Subst. spongiosa eingedrückt werden; in solchenFällen ist es auch möglich, dass weiche Bleiprojektile odereckige breite Sprengstücke ganz oberflächlich am Knochenfestgehalten werden, wie Präparat XL A 19 (Taf. XLII1. 2)lehrt, wo das breitgeschlagene, stark deformirte Projektil— Langblei — dem Knochen nur eben längsseitig anzu-liegen scheint, doch aber fest am Feinur haftet, umgebenvon reichlicher Osteophytenbildung. Die Auftreffstelle be-findet sich im intermediären Räume. — Weitere hierher ge-hörige Präparate sindXI.A 16 (Taf. XLI11. 1), 17 und 18,sowie X. A 1 und VIII. A 14 (mit Bezug auf das Femur)und XII. A 16 und XII. A 13. 1 )
2. Rinnenschüsse. Absprengung von Knochenstückenund Vorsprüngen.
Rinnenschüsse kommen zu Stande durch tangentialauftreffende Projektile, welche die direkt getroffenen Theiledes Knochens in die tiefer liegenden Gewebe eindrückenoder sie zermalmen und herausreissen, so dass eine mehroder weniger deutlich ausgeprägte Rinne entsteht. Bedin-
') Die ohne nähere Beschreibung aufgezählten Präparate sindöfters keine reinen nur zu dem betreuenden Abschnitt gehörigen Bei-spiele; wie erklärlich, kommen ausserordentlich häufig Uebergangevor und sind deshalb öfters dieselben Präparate an verschiedenenOrten angezogen.
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