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Physikalische Wirkung der Geschosse.
Band IV.
Band IV.
gestellt; bei seitlicher Unterstützung auf zwei Drittel derganzen Länge und bei Druck auf die Mitte ergaben sich alsTotalausbiegung bis zum Bruche:
an der Klavikula 5,3 mm bis 10,0 nun,
, Ulna, Fibula, Tibiadem Radius, Feinur
4,4
7,57,35,68,6
13,837,913,216,311,216,3
.. Ilumerus 4,5 ,,Die Elastizität für Torsion betrug etwa ein Drittelderjenigen für Biegung.
Diese Resultate, welche sieh bei denselben Knochenso überaus verschieden in den einzelnen Versuchen heraus-gestellt haben, können freilich nicht ohne Weiteres aufden lebenden Knochen übertragen werden, welcher wenigerwiderstandsfähig als der präparirte gegen die Einwirkunggrober Gewalten ist (Versuche von Casper, Falk); kommendoch für den lebenden Knochen noch wesentlich anderephysikalische Momente in Betracht; der Gehalt desselbenan Feuchtigkeit, die Anfüllung mit Mark, die Einfügungim Körper, die augenblickliche Belastung, die Elastizitätund Sprödigkeit. Je federnder ein Knochen, z. B. dieRippe (Messerer konnte am Thorax jugendlicher Individuendas Brustbein an die Wirbelsäule anlegen, ohne dass einBruch der Rippen erfolgte), eingefügt ist, je freier beweg-lich er hängt — Arm —, um so leichter wird er demProjektile ausweichen können (Fischer).
Hinzu kommt die grosse Verschiedenheit der ein-wirkenden Gewalten; hier der langsame Druck und Zug,dort das schnellwirkende Projektil, welches die eigenartigeStruktur gelegentlich gar nicht zur Geltung kommen lässt.Es haben derartige Untersuchungen deshalb einen sehrbeschränkten praktischen Werth.
Die Bedeutung der individuellen Anlagen ist für diezu Stande kommende Knochenläsion sicherlich eine ganzhervorragende: ihre Merkmale an den mazerirten Präpa-raten — Länge, Dicke des Knochens, Dicke der Kortikalis,Grösse der Markhöhle etc. — dürfen bei einer exaktenPrüfung der Art, wie die Verletzung muthmaasslich zu er-klären ist, nicht vernachlässigt werden; die bezüglichenVerschiedenheiten sind in diesen Besprechungen nicht oftin Zahlenwerthen angegeben, wenngleich sie stets Berück-sichtigung gefunden haben. Es beträgt beispielsweise derUmfang der unteren Femur-Epiphyse über die Knorren, ingleicher Weise gemessen, bei Präparat X. 1 A: 39 undX. A 25: 21 und 27 cm! Die Dicke der Kortikalis beiX. A 25 beträgt an der oberen Sägefläche in minimo 7,in maximo 10 mm und bei X. A 21 nur 4,5 und 7 mm,während die Markhöhle 10 und 11,75, bezüglich 12 und15 mm Durchmesser zeigt! Dabei ist der Umfang derDiaphyse an diesen Stellen 90 und 85 mm und zwar infast genau 22 cm Höhe über der oberen Knorpelgrenzedes äusseren Knorrens.
Solcher Beispiele giebt es ganz ausserordentlich viele.
Es ist einleuchtend, dass vollkommen gleiche Geschossebei derartigen individuellen Verschiedenheiten durchausandere Resultate erzielen müssen. — Jedenfalls ist derWiderstand, welchen die feste Kortikalis der langen Röhren-knochen auszuüben vermag, gewaltig verschieden von dem-jenigen, welchen die ungleich schwächere Kortikalsubstauzder Epiphysen entgegensetzen kann. Es müssen dem-gemäss auch ganz verschiedene Aeusserungen der Geschoss-wirkung erwartet werden, wenn ein Projektil einen dieserihrem Charakter nach so grundverschiedenen Theile derlangen Röhrenknochen allein trifft. Hier die stab- undringförmige, feste und elastische, mehr oder weniger ge-wölbte Diaphyse (Bomhaupt), deren Höhle mit feuchtem,verhältnissmassig homogenem Marke angefüllt ist, ganzbesonders geeignet zur Fortpflanzung der Erschütterungund Seitenwirkung durch den festen, kompakten Knochen,wie durch den feuchten, inkompressibeln Inhalt; dort ver-hältnissmässig zarte Knochenbälkchen ohne Markhöhle, um-geben von einer dünnen, nur wenig Widerstand leistendenKnochenwand und zumeist von dem derben Gewebe derSehnen, Faszien und Bänder. Bei der spongiösen Substanzwird die Wirkung mehr auf die getroffene Stelle beschränktbleiben können, der Widerstand kann leichter überwundenwerden, die Bedingungen für eine Seitenwirkung sindweniger günstig, als bei der starren, leicht zur Splitterungneigenden Rinde der Diaphysen (Sprödigkeit).
Dieser allgemeine Unterschied in der Schusswirkungzeigt sich besonders deutlich an den folgenden Präparatenausgesprochen:
1) Diaphysen: X. A 54 (Taf. XXXIV. 1), IV. A 21(Taf. XIV. 2), V. A 24 (Taf. XVI. 1), X. A 37(Taf. XXXI. 2), X. A 9 (Taf. XXV. 2), X. A 8, 57,XII. A 2, 1, 9, IV. A 57. Die Präparate zeigensämmtlich gewaltige Splitterung und Fissurirung.
2) Epiphysen: X. A 23 (Taf. XXIX. 1), IV. A 7,XL A 31, XII. A 38 (Taf. LI. 2), XII. A 45,IV. A 2, 15, X. A 5, 49, 50, XII. A 11 (Taf. XL1X. 2),XI. A 29.
Wenn hier von einem fast diametralen Gegensatze derGeschosswirkung auf Diaphyse und Epiphyse gesprochenwird, so ist zu bemerken, dass wir unter Diaphyse nichtAlles verstehen, was zwischen den bekannten Epiphysen-linien liegt, sondern nur den Theil, welcher eine mit Markgefüllte Höhle besitzt, die fast ausschliesslich von kom-pakter Substanz umschlossen wird. — Die Sammlung besitztunter No. XII. A 9 (Taf. XLV1II. 3) eine längsdurchsägteTibia mit einer sehr scharf markirten Epiphysenlinie; mansieht an dem Präparat deutlich, dass die vollkommeneMarkhöhle erst 5 cm (oben) und 3 cm (unten) von der Epi-physenlinie beginnt; vergl. auch X. A 98 und X. A 21.
An diesem Theile der langen Röhrenknochen — be-zeichnen wir ihn der Kürze halber als intermediären Raum —mit ihrem allmäligen Uebergange von rein spongiöser zurein kompakter Kuochensubstanz, welche letztere eine
des Segme