Druckschrift 
4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

HHI

^^^HI^HHMHiHiH

Band IV.

'hwerthigei-Pulvergaselessen ver-rlassen desli Versucher, 143) und[, S. 216 ff.)ine Seiten-ergetriebent nur als

mderer Be-ig, von so-

lclie seitensechte Licht

;rossartigen

lebendigerKörpercli die er-

Deutschenf das ent-nirg. 1882,

nur durchrstörungen.)rechendemuis äusserstich überall

Härte derli müssen;häufig vor-teren misstungen undjhrift 1883,gelinässige

der durchderung desin, welcheTgl. S. 40),gewöhnlichii Kopfver-lenpressionner Anzahl

Bergmann

Zeitschrift

otation be-ihrer vomn letzterenbenso wiendessen istuck behufsliren, nicht161102.)

Band IV.

II. Abschnitt: Einwirkung der Geschosse anf den menschlichen Körper.

17

Bosch sagt selbst: möglicherweise hatte das Wasser nicht sehr viel zu hoch berechnet: endlich lieferte Kocher denZeit genug auszuweichen. Dies ist gewiss richtig; so- Beweis, dass die Sprengwirkung überhaupt unabhängig vondann ist die Kraft der abgesprengten Theilchen von ihm der Rotation zu Stande kommt.

IV. Bedeutung der vom Hauptgeschoss abgetrennten Bleitheile.

Die Kraft der Blei-Abschmelzungen ist wegen dergeringen Masse derselben unbedeutend. Bei den vor-sichtigen Versuchen Kochers betrug letztere nur wenigeDezigramm, während sie nach Busch allerdings bis zueinigen Gramm anwachsen soll. Das verschiedene Resultatist wahrscheinlich bedingt durch die verschiedene Art, inwelcher diese beiden Experimentatoren die Projektile nachdem Durchdringen des Zieles auffingen.') Die Schmelz-produkte zersprühen in zahlreiche kleinste Theilchen,welchen auch die grösste Geschwindigkeit keine besonderszerstörende Kraft verleihen kann. Eine Pulverkraft vonetwa 5 g Pulver müht sich an einer Kanonenkugel ver-geblich ab und ist nicht im Stande, auf ein Sandkorn eineirgend erhebliche Kraft zu übertragen, während sie demGewehrprojektile grosse Wirkungsfähigkeit zu verleihenvermag. Busch vindizirt den Spritzlingen eine so be-deutende Gewalt, wie sie sicherlich nicht besitzen; sieprallten ohne jeglichen Effekt an der Schädelkortikalis abund vermochten wahrscheinlich nicht einmal ein Papier zudurchbohren, da Kocher die kleinen Oeffnungen in einemPapierbogen, welche Busch als durch die Spritzlinge ver-ursacht ansah, auch bei Kupfergeschossen beobachtete, wovon Schmelzung keine Rede sein konnte (1. c. Seite 22und 23).

Uebrigens führt Busch (Langenbecks Archiv XVII,S. 185) selbst eine Beobachtung allerdings zum Beweiseder Kraft der Schmelzprodukte an, aus welcher hervor-geht, dass die Spritzlinge in unmittelbarster Nähe nachdem Zersprühen eines Chassepotprojektils auf einem Gewehr-laufe nur eben die Kraft hatten, in die Haut des Daumenseinzudringen. Der Berichterstatter, ein Student, hatte dieeingedrungenen 2030Stäubchen" anfänglich für Pulver-körner gehalten, was eine spätere Untersuchung nicht be-stätigte.

Ist somit den Schmelzprodukten als solchen keinegrössere Bedeutung beizulegen, so verhält es sich andersmit den grösseren, von dem erwärmten und in seiner

') Bestätigt durch Reger.

Kohärenz gelockerten Bleigeschosse abgetrennten Theilen. 1 )Diese können und müssen vermöge ihrer Grösse, ebensowie der Rest der Kugel, ihre eigenartige Wirkung entfalten. 2 )Derbe Faszien und Sehnen, vor Allem aber die Knochen undan diesen zumal die schärferen Kanten, sind im Stande, dieerwärmten Projektile zu theilen oder grössere Stücke gleich-sam abzuschneiden. Gemäss ihrer lebendigen Kraft, ihremAbgangswinkel und ihrer für das Durchdringen mehr oderweniger günstigen Form sowie gemäss dem besonderen Wider-stände des getroffenen Gewebes dringen die Geschosstheileund die etwa durch dieselben in Bewegung gesetzten indirektenProjektile Knochensplitter ein; sie verlassen denKörper oder bleiben am Ende ihres selbst gebildetenSchusskanals liegen, gelegentlich weit entfernt von derHaupthöhle, welche durch die Sprengwirkung gebildet war.

In solchen Fällen explodirt gleichsam das Geschossin sich und vergrössert hierdurch seinen Querschnitt inausgedehntester Weise, mit ihm die Seitenwirkung, durchhydraulische Pressung und Erschütterung, d. h. die Spreng-wirkung. Es sind dies die höchsten Grade der Spreng-wirkung, wie sie nur bei Schüssen aus grösster Nähe beob-achtet werden, wenn die Projektile mit noch ungeschwächterGeschwindigkeit über 400 m auf den Körper ein-wirken können, dieExplosionswirkung" Richters,S. 184 ff. (vergl. Remond und Lorber bei Richter S. 175 f.).

Nicht immer ist die Möglichkeit gesetzt, dass dasweiche Bleigeschoss in dieser Weise in sichexplodirt":ausgeschlossen ist sie der Regel nach bei Weichtheil-schüssen, wo indessen die Sprengwirkung sammt der ein-fachen Geschossdeformirung die charakteristische ab-geplattete bis pilzförmige Spitze stets unter den beregtenVerhältnissen eintreten muss.

1 ) Vom praktischen Standpunkt aus ist es wohl müssig, zwischenSchmelzprodukten und den hier erwähnten Theilen zu unterscheiden.Die Abtrennung vom Hauptgeschosse erfolgt in derselben Weise,rein mechanisch; der Hauptunterschied der Wirkung ist in derGrösse begründet, und hier erfolgen sehr häufig Uebergänge.

2 ) Vergl. Demme, S. 48; ein etwa 7 g schweres Stück einerHohlkugel drang bis in den Wirbelkanal, während die Hauptmassedes Projektils im ersten Lendenwirbel stecken geblieben war.

H

Simitäts-Borictit Über die Deutschon Heere 1870/71. IV. Bd.