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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Band IV.

etwas vor-übertragen.waren der-lie Reibungdie End-anz glattenft, wie bei

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Band IV.

I. Abschnitt: Allgemein-Physikalisches.

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Die Kartätsche, speziell diejenige der Feldartillerieenthielt in einer Weissblechbüchse, welche an beiden Endenmit einer Zinkplatte versehen war, eine beträchtlicheAnzahl von Kugeln, bei den Deutschen aus Zink, bei denFranzosen aus Schmiedeeisen, welche sofort nach dem Ver-lassen des Geschützrohrs weithin auseinander sprühten, dadie Büchse durch die Einwirkung des Pulvers schon imLaufe auseinander getrieben wurde. Die Kartätsche konntedeshalb nur auf verhältnissmässig nahe Entfernungen ge-braucht werden.

Die Bomben endlich, runde Geschosse mit exzentrischerHöhlung, welche zur Aufnahme der Sprengladung diente,kamen während der zahlreichen Belagerungen? ziemlich

häufig zur Verwendung; dieselben wurden aus glattenMörsern geworfen und wirkten bei dem Fall aus grössererHöhe durch ihr Gewicht und nach dem Krepiren durchihre Sprengstücke.

Gezogene Mörser wurden nur Deutscherseits, undauch von den Deutschen nur sehr wenig, bei Belagerungengebraucht; die Geschosse derselben waren Granaten.

Unter der Bezeichnungindirekte Geschosse"sind alle durch den Anprall eines geschossenen Projektilsin Bewegung gesetzten Gegenstände zu verstehen, einerlei,ob sich dieselben am getroffenen Körper (Kleidung etc.,Knochensplitter etc.) oder in der Umgebung desselben(Steine etc.) befinden.

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II. Flugbahn und lebendige Kraft der Geschosse.

Alle Projektile, welcher Art und Gestalt sie auch seinmögen, folgen denselben Gesetzen, sowohl während ihresFluges als auch in ihrer Einwirkung auf das Ziel.

Die Linie, welche der Schwerpunkt eines Geschossesin der Luft beschreibt, wird die Flugbahn genannt, derenAnfangspunkt bei Feuerwaffen an der Mündung des Laufesliegt und als deren Endpunkt vom chirurgischen Stand-punkte aus zweckmässig der Punkt bezeichnet wird, inwelchem das Geschoss zur Ruhe gelangt (ballistisch gewöhn-lich der Punkt des ersten Aufschlags; rein theoretisch derPunkt, in welchem das Geschoss die durch die Mündungder Waffe gelegte wagerechte Ebene schneidet). Die wage-rechte Entfernung vom Anfangs- bis zum Ruhepunkt istdie Schussweite; der Theil der Flugbahn, welcher sichinnerhalb der Zielhöhe befindet, wird bestreichend oderrasant genannt.

Die Gestalt der Flugbahn wird durch die Anfangs-geschwindigkeit, den Erhöhungswinkel, den Abgangsfehler,die Schwere, den Luftwiderstand, die Gestalt, das Gewichtdes Geschosses und durch die Rotation bestimmt.

Man bezeichnet mit Anfangsgeschwindigkeit dieGeschwindigkeit, mit welcher das Geschoss die Mündungder Feuerwaffe verlässt, bezw. den Weg, welchen dasGeschoss bei gleichbleibender Geschwindigkeit in einerSekunde in gerader Linie zurücklegen würde; sie istvor Allem abhängig von dem Verhältniss der Gewichteder Pul Verladung und des Geschosses, dem sogenanntenLadungsquotienten, ferner von der Kraftäusserung desPulvers, der Beschaffenheit der Seele und derjenigen desGeschosses. Je mehr Pulvergase auf das Projektil ein-wirken, desto schneller wird ceteris paribus seine Vorwärts-bewegung sein; die Menge der Gase ist aber abhängigvon der Grösse und Anordnung der Ladung sowie vonder Beschaffenheit des Pulvers; feinkörniges Pulver wirkt

bei gleicher Beschaffenheit der Materialien energischer.Zu berücksichtigen bleibt, dass die Einwirkung der Gaseauf Geschoss und Waffe sich umgekehrt wie deren Ge-wichte verhält, dass mithin unter denselben Verhältnissenein schwereres Geschoss auch einen verhältnissmässiggrösseren Theil der entwickelten Gase durch den Rück-stoss absorbirt, denselben also dem eigentlichen Zweckedes Schiessens, der Vorwärtsbewegung des Geschosses,entzieht. Die Gase wirken eben nach allen Seiten hin;sie treiben das Geschoss mit grosser Gewalt in dieRichtung des geringsten Widerstandes, in die Züge desLaufes, welchen es um so leichter passiren kann, je geringerder Reibungswiderstand ist, welcher bei Rauhigkeiten derSeele (das Innere des Laufes) und langem Führungstheileder Geschosse erheblich wachsen muss, ferner um soleichter und sicherer, wenn keine Gase am Geschossevorbei oder in der Kammer entweichen können, wie esganz gewöhnlich bei den alten Rundkugeln und mangel-haftem Abschlüsse des Pulvers der Fall war. Diegeringste Reibung findet statt bei den harten und glattenLäufen aus Stahl und solchen Geschossen mit Spiegel-führung, welche durch Ringe oder Wülste, nicht mit demganzen cylindrischen Theile geführt werden.

In dem gezogenen Laufe erhält das Projektil einedoppelte Bewegung, einmal in der Richtung der Seele desLaufes, sodann durch die Führimg in den Zügen einesolche um seine Längsachse. Letztere, die Rotation,sichert der Längsachse des Geschosses ihre Stabilität undverhindert das sonst unausbleibliche Ueberschlagen derLanggeschosse, welches indessen bei ungünstiger Lage desSchwerpunktes in der hinteren Geschosshälfte trotz derRotation noch oft genug vorkommt und geradezu unaus-bleiblich ist bei Auf- oder Anschlägen der Projektilewährend ihres Fluges. Besonders häufig wurde ein solches