verbürgt werden. Und wenn Eckstein mein Werk auchkeineswegs für ebenbürtig gehalten haben mag, sondern nurfür ähnlich, so war doch jenes Urtheil, von solcher Auto-rität herrührend, der schönste Lohn, der mir zu Theil wer-den konnte; und gern bekenne ich jetzt, dass mir Ruhn-ken's unsterbliche Leistung als Muster meiner Arbeit vor-geschwebt hat.
Füge ich noch hinzu, dass bekannte und angesehene,ihrem Lehrer unbedingt ergebene Schüler Ritschl's mir inwarmen Worten ihren Dank ausgesprochen für das Denk-mal, das ich Ritschi gestiftet habe, so darf ich wohl andas Publicum, Sie, lieber Herr College, mit eingeschlossen,einfach die Frage richten: utri parti creditis, Quirites? —Damit wäre die bezügliche Recension abgethan.
Wenn ich trotzdem bei ihr noch länger verweile, sogeschieht es nicht sowohl deshalb, um dem Publicum durchBeseitigung einer ungerechten Kritik mit Hinblick aufähnliche sagen zu können:
crimine ab unodisce oinnes,sondern weil ich vielleicht das Talent besitze, aus dem un-wissendsten, unreifsten Gerede Stoff oder vielmehr Anlasszu brauchbareren, der Beachtung nicht unwürdigen Exposi-tionen zu nehmen. Ich hoffe zu bewirken, dass Sie, wieScaliger von dem Persius des Casaubonus, sagen: sla saucevaut mieux que le poisson.«
Ausserdem influirt bei dieser Publication das Interessefür Ihre Zeitschrift, der auch ich lange Zeit ein häufigerund von Ihnen gern gesehener Mitarbeiter war. Die vor-liegende Schrift dürfte Sie veranlassen, künftig vorsichtigerin der Wahl Ihrer Recensenten zu verfahren. Denn das Ver-
F. Ritachl, v. L. Mueller. 6