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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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Friedrich Ritschi. Dieser vor Allen hat Reisig stets dasliebevollste Gedächtniss bewahrt.

Im Jahre 1829, in welchem Reisig starb, wurdeRitschi Privatdocent in Halle, und fand schon in dieserbescheidenen Stellung Beifall bei der studirenden Jugend.Im Jahre 1832 wurde er Professor Extraordinarius inHalle, 1833 ward er mit gleichem Range nach Breslauberufen und im folgenden Jahre dort zum Ordinariusgemacht.

Beinahe wäre Ritschi einige Zeit vorher unser Lands-mann geworden. Wenigstens erinnere ich mich von ihmgehört zu haben, dass er als Privatdocent in Halle eineBerufung nach Wilna erhielt; doch entsinne ich mich nichtdeutlich, aus welchen Gründen er sie ablehnte.

Ritschl's Thätigkeit in Breslau ward während derJahre 1836, 37 durch einen Aufenthalt in Italien unter-brochen, hauptsächlich im Interesse seiner schon damalsbegonnenen Plautinischen Studien. Im Jahre 1839 war der an die Universität Bonn berufen, die kurz vorher Näkeund Heinrich verloren hatte, und dieser hat er mehr alsein Vierteljahrhundert angehört.

Wenn Ritschi schon in Breslau eine verdienstlichepädagogische Thätigkeit entwickelt hatte, so war diesedoch durch die Lage der Universität und andere Umständegehemmt. Zu voller Blüthe entfaltete sie sich erst inBonn, welcher im Jahre 1818 gegründeten Universitätdamals die preussische Regierung ihre besondere Sorg-falt zuwendete.

Im Jahre 1854 wurde Ritschi Chef der Universitäts-bibliothek, die er reorganisirte. Auch ward er Direktorder beiden Museen, welches Amt er später mit O. Jahn

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