XI
würdiger Stoff behandelt ist, als man bei dem geringenUmfang beider Schriften irgend verlangen kann. Möge manalso Lob und Tadel oder, noch besser, weitere Begründungund rationelle Wiederlegung ganz auf das richten, was ichsage, und was ich verschweige ganz aus dem Spiel lassen. Eineblos negative Kritik zeugt immer von geistiger Armuth,wo nicht von Schlimmerem. Ueberdies hat Niemand dasRecht einem Autor vorzuschreiben, ob er ein langes oderein kurzes Buch publiciren soll.
Am liebsten wäre es mir, zumal soweit die folgen-den Schriften Ritschi angehen, wenn unter den SchülernRitschl's, die ja diesem meist im Leben und sämmüich inder Wissenschaft viel näher standen als ich, unbefangene undnamhafte Gelehrte sich zur Recension der wissenschaftlichenBiographie und ihres Supplements entschlössen, da solchenatürlich am leichtesten irrige Auffassungen oder störendeLücken in der Darstellung von Ritschl's gelehrter Thätig-keit aufzudecken im Stande sind. Dass übrigens dieseSchriften keineswegs von einer Ritschi feindlichen Gesinnunginspirirt sind, dass ich vielmehr nur versucht habe, seingeistiges Bild gegenüber den Verzerrungen der Ultras genauzu fixiren, sowie aus den Tugenden und Fehlern eines solchenGelehrten Belehrung für mich und Andere zu schöpfen —wird selbst der eifrigste Anhänger Ritschl's nicht wohl be-streiten. Dagegen verschone man mich mit gedankenlosenPanegyriken und einseitigen Apologieen. Wer in Ritschl's