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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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Recensionen meiner Schrift sind mir bis jetzt, mit Aus-nahme einer, in dem Supplement ausführlich besprochenen,nicht bekannt geworden. 1 ) Desto mehr freut es mich ausverschiedenen Indicien zu ersehen, dass sie bereits ihrenWeg ins Publicum gefunden, mag sie dies nun, wie mirFreunde versichern, ihren Vorzügen verdanken, oder viel-mehr der Nachsicht der Lesewelt, sowie dem Interesse,das die von mir berührten Fragen und Probleme der klas-sischen Philologie einflössen.

Wie immer, wird mir auch für die vorliegenden Schrif-ten die strengste Kritik die liebste sein. Da ich selbst hoheForderungen an die Arbeiten meiner Fachgenossen stelle,so ist es nicht mehr als billig, dass meine Werke nachdem gleichen Mass gemessen werden. Nur verlange ich,was jeder Gelehrte das Recht hat zu verlangen, von einemRecensenten drei Eigenschaften: Unparteilichkeit, Sachkennt-niss und Methode. Wer einer von diesen ermangelt, existirtfür mich nicht.

Ferner muss ich ablehnen eine ausschliesslich oderdoch vorwiegend negative Kritik. Kein billiger Richterkann bestreiten, dass in der wissenschaftlichen BiographieRitschl's und den »Gedanken über das Studium der klas-sischen Philologie« soviel des Nachdenkens der Philologen

') Erst nachträglich erfuhr ich von einer kurzen Anzeige in der»Revue de Philologie,« vom Januar dieses Jahres, deren Chiffren aufden Namen eines berühmten französischen Latinisten hinweisen.