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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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"28 Vorsteüungscour xmd Sitzungen.

Dabei vergass er jedoch nicht, sich Notizen zu machen,über das, was er morgen hier zur Sprache bringen wollteund über die Veränderungen, welche er mit Düsseldorf unddem Grossherzogthum vorhatte.*)

Beugnot liess sich noch einmal melden, um die Befehleseines Herrn für den folgenden Tag entgegenzunehmen.Er fand den Kaiser wie erwähnt, auf's beste orientirt underfuhr, dass nach dem Lever ein Verwaltungsrath undhierauf eine Staatsrathssitzung stattfinden sollte. Dasschien ein heisser Tag zu werden, und doch ahnte Beugnotnoch nicht, wie heiss es ihm speciell werden sollte.

Am Freitag den 3. November früh versammelte sichum 10 Uhr wie befohlen im Jägerhof der Verwal-tungsrath (conseil d'administration). Napoleon wolltehier vor allem die Rechnungen und Budgets prüfen unddann nach Kenntniss der Sachlage das Budget für 1812aufstellen. Das fast vollendete Finanzjahr 1811 solltedabei als Grundlage für Einnahme und Ausgabe dienen.Ausser Beugnot nahmen noch Maret, Berthier, Daru,Roederer und Nesselrode an dieser Sitzung Theil. Beug-not schildert dieselbe in folgender Weise:

Der Kaiser schien gut gelaunt beim Eintritt. Dochtäuschte ich mich: die Sitzung wurde stürmisch und ichhatte die Kosten zu bezahlen. Der Kaiser griff michzuerst wegen meiner Rechnungsführung an, setzte diesauf seine Art auseinander und nannte sie schlecht ge-führt. Ich antwortete nun, wie ich es verstand, und wiees nach meiner Ansicht jeder verstehen musste. Nachvielen Ziffern und Auseinandersetzungen kam man dochauf keiner Seite weiter. Maret suchte nun zu vermittelnund nachzuweisen, dass meine Rechnungen richtigwaren. Der Kaiser ging aber nicht darauf ein, sondernbefahl den Director des Rechnungswesens (Vetter), derihm nun antwortete, wie ich es selbst gethan hatte.Mit diesen Leuten ist nichts anzufangen," sagte derKaiser rauh,es ist die Verschwörung der Unordnung."Da antwortete dieser biedere deutsche Director:Nein,Sire, seien Sie ganz ruhig; es giebt keine Unordnung.Ew. Majestät haben keine Zeit, um zu wissen, dass diesgut ist."

Der Kaiser fuhr mich nun weiter an, warum ich dieStaatsschuld jeden Tag vergrössere durch indirecte Mittel.Ich antwortete, diese Schuld könne sich nur auf eineeinzige und zwar sehr directe Weise vergrössern, näm-

*) Correspondance de Napoleon I. publiee par ordre de l'empe-reur Napoleon III., T. XXII., S. 548 ff.