Druckschrift 
Über die Strafe des Steintragens
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

6. Ensdorf.

Die acht ordenung ist dye, daz kayn frawenpild, sy sey iungoder alt, reich oder arm, wye sy genannt sey kayne außgenommen,noch hyndan gesetzt, sol pose wort sprechen, schelten, schweren, nochfluchen, noch dye andern mit schemlichen worten dy do nit frumenfrawen zustent, an iren leymat, oder an ir er reden, noch ir er ab-schneiden mit verpotten worten heymlich oder ofenlich in kaynerlayweiss. Welcher aber daz über füre daz man sy dez überweisenmacht, dieselb die daz getlion hat, dye soll und muess den stentragen, der ein halben zenten hat, denselben stein soll sy auf syenemen nor dem closter, und der geschworen amptmann soll ir vor-gen untz zu der prucken und herwider zu dem closter, und sol anayn peck schlahen und dopey sollen all man und frawen sein on-verlich und wer aussen peleybt, und nit dobey ist, der oder die soldaz wandeln mit 12 regenspurger den.

Welch fraiv aber den stain nit tragen, wen sy daz verdint hatin moss, als oben geschriben ist, dy soll dofur zu puess und zuwandel geben on alle genad 1 u regenspurger den. in heint und inmorgen.

Mon. Boica 24, 239. Kloster Ensdorf [Ober-Pfalz], Gerichts-ordnung c. 1460.

7. Friedberg.

Item wann zwo frauen oder dirnen ofentlich mit einanderschlüegen oder raufeten oder sich schändeten, so sollen sie beideohne alle gnad den bachstein vor allermänig tragen.

Mitteilungen d. Vereins f. Geschichte d. Deutschen in Böhmen15, 194. Teiding von Friedberg 1 ) § 37.

8. Gutenstein.Item so ain fraw die ander schilt, so ist das wandel 12 ^ 2 )

aber man sol ir den wagstain anhahen -------

ÖW. 7, 352. Gutenstein, Ende des 15. Jahrh.

So ain fraw ain schilt, so ist das wandel 12 ^.

ÖW. 7,337. Bohr und Schwarzau 1597. Herrschaft Gutenstein.

') Friedberg liegt bei Hohenfurt im südlichsten Böhmen.2 ) So schon Anfang des 15. Jahrb.: ÖW. 7, 369.

4*