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Über die Strafe des Steintragens
Entstehung
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von Waitz nicht angeführter Stelle des Wiener Neustädter Stadt-rechtes 1 ) zu finden:

Sed si ipsum de canibus aufiumentis viiuperaverit, iudici in5 tal. teneatur et offenso pro ho-nore de sue artis utensili usquead metas terre nostre erecto de-portel brachio aliquod instrumen-tum;

Et hec pena harmschar dici-tur vulgariter.

Hat er in aver von den hundenoder von dem vich gescholten, sobeleibt er dem richter 5 pfuntPfenning und dem übelhandelten zueinen ern sol er etleich zaichen seinezgezeugez oder seinez hantwerchezswaz daz ist mit aufgerakten armoffenwar tragen an das zil und an

das gemerk unserz landez. ------- Die

selben püzz haist man die harmschar.

Diese Bestimmung ist eine Analogie zur Strafe der Feiertags-entheiligung, wie sie uns in einer von Du Cange 2 ) gebrachtenUrkunde überliefert ist: Si aliquem in aliquo praedictorum festo-rum vel die Sabbati post vesperas viderint vel sciverint relatu fidedignorum opera ruralia facere; si divites sint solvant quinque so-lidos ad luminare suae Ecclesiae; si pauper quinque dies Dominicossequatur processionem in camisia et femoralibus, habens super colleminstrumentum cum quo operabatur 3 ).

Hier ist die Harmschar typisch für eine spiegelnde 4 ) Strafe.Man könnte darin überhaupt den Ursprung der symbolischenProzession suchen. Dann wäre die Harmschar in der Anwendungals Strafe für Ehrenkränkung bereits eine Weiterbildung.

Ein anderer Weg, die hier auftauchenden Fragen zu lösen,ist der, daß man in den bei der Harmschar getragenen Gegen-

») cap. 34 f. Archiv f. österr. Gesch. 60, 215 f. Vgl. dazu die Kritikvon Winter ebda S. 150f.

2 ) Glossarium 4, 70 harmiscara am Ende. Statuta eccl. Trecor. apudMärten, tom. 4. col. 1109.

3 ) Von einer Sonntagsentheiligung durch Mahlen auf der Handmühleerzählt uns die Vita St. Bertini, die im 11. Jahrh. entstanden ist. [ActaSanctorum. Sept. II, 624 c. 2.] Zur Strafe für die Sonntagsarbeit und fürihre Lästerrede:Quot sunt, quotgue numerantur anni soles, tot nostri pres-byteri codex inscriptas habet festivitates" blieb der sündigen Frau die Hand ander Mühle hängen, nnd sie wurde erst in der Kirche davon befreit. Sietrug also den Mühlstein bis zur Kirche.

4 ) Brunner KG. 2, 589.