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Über die Strafe des Steintragens
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Setzungen von Laster- und Schandstein. Mit Lapides publici seucivitatis übersetzt Stiernhook 1 ) der stad stene. Andere Aus-drücke dafür sind haderstein 2 ), rätschstein' 6 ), zankstein^), backstein 5 ),straf stein a ) und bussstein 7 ).

Hier sei auch des Ausdrucks Litophorie gedacht, den Dreverin seinem Aufsatze De litophoria*) aufgebracht hat, welches Wortaber sonst nicht verwendet wird.

Grimm 4 ) führt im Abschnitt über den Lasterstein auch roterüder an, jedoch irrtümlich; an der von ihm erwähnten Stellehandelt es sich um Brandmarkung.

Hans Sachs 6 ) gebraucht das block anscheinend in der Be-deutung Schandstein.

Französisch heißt das Strafwerkzeug la pierre (a. 1247 beidu Cange 5, 28) oder la pierre des mauvaises langues, la pierrede scandale 9 ).

§ 3. Verbreitung. Unterschied zwischen bag- und lasterstein.

Die Rechtssitte des Steintragens ist allem Anschein nach aufdem Boden des alten Frankenreichs entstanden, hat sich überFrankreich, Deutschland und die Niederlande verbreitet, und istauch durchdeutschen Einfluß nach Norden I0 ) und Osten n ) gedrungen.

Besonders zahlreich sind die Zeugnisse für diese Strafe in

') Die Stelle bei Du Cange 5, 28.

3 ) Grimm, RA 4 . 2,316, führt das Wort aus Würdtwein, Diplom.Mogunt. 2, 567 an. Das Wort ist aber nicht quellenmäßig, sondern steht dortin einer Bodmann'schen Anmerkung. Die von Bodmann dort gebrachtonStellen sprechen bloß von stenen. Ob diese Angaben von Bodmann gefälschtsind, bleibt dahingestellt.

3 ) Stöber (S. 104) spricht vom Lastorstein in Sulz im Ober-Elsaßdenich dort auch Rätschstein nennen hörte-------. Bei demselben, an der Kirchen-wand steht die Jahreszahl 1489". (Vgl. ebda, S. 91, Ratschen = schwätzen). Die Mitteilung Stöber's bleibt zu prüfen. Im Wörterbuch d. elsäss.Mundarten v. Martin u. Lienhart, 2. Bd. 1907, fehlt rätschstein.

4 ) Grimm, RA. 4 , 2, 316. *) S. oben S. 7 Note 3.

6 ) Grimm, RA. 4 , 2, 317. ') Heydinger S. 252 Anm. 20.

8 ) Kiel 1752. s) stöber S. 89.

10 ) Fritzner, Ordbog 3, 538. Grimm, RA 4 ., 2,317.u ) Krakau 1399. Kaindl, Arch. f. Österr. Gesch. 95 (1906), S. 220.Siebenbürgen: Fronius, Bilder aus dem sächs. Bauernlcben. 3 1883. S. 129.