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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
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In diesem selben Rom hat Raphael von Urbino ein anderesMeisterwerk von solcher Hehre geschaffen, dass, wenn das erstere |f. 115nicht vorhanden wäre, jenem der erste Rang gebürte: ein Saalnämlich und zwei Stanzen nebst einer Veranda, 67 al fresco gemalt,in dem zu San Pietro gehörigen Palaste, mit herrlichen Dar-stellungen vieler einzelner, vollendet und anmuthig ausgeführterScenen, von denen besonders prachtvoll das Gemälde ist, welchesdarstellt, wie Apollo auf dem Parnass, von den neun Musenumgeben, die Harfe spielt. Im Hause des Augustin Chigi 6S hatderselbe Raphael in wunderbar poetischer Weise das Märchenvon Psyche gemalt; und ebenso vollendet die Galatea, umgebenvon Tritonen, auf den Meereswogen und Liebesgöttern, die sieumflattern. Vorzüglich ist auch das Ölgemälde der Verklärungdes Herrn in San Pietro Montorio und noch eines in Aracoeli,dazu ein anderes Bild al fresco in Santa Maria della Pace. 60

Als Werk des Venetianers Sebasliano ist das Bild in San PietroMontorio berühmt, welches er im Wettbewerb mit Raphael gemalthat. Von dem Baumeister Balthasar de Stena 10 sind die Facadenvieler Paläste in weiß und schwarz; so auch von Marturino^und Polidoro?" 1 der in dieser Art Rom auf prachtvolle Weisegeschmückt hat. Daneben sind noch viele andere Paläste vonCardinälen | und anderen Männern in Groteskenmanier und alf. 116.stucco oder noch in verschiedenen Arten von Malerei geschmückt,so dass gerade diese Stadt reicher an Malwerken ist als irgendeine andere auf der Welt, uneingerechnet der Gemälde im Privat-besitz, »die der einzelne mehr als sein Leben schätzt« [wie derMeister sagte].

Von Denkwürdigem außerhalb der Stadt nenne ich dasLandhaus, welches der Papst Clemens VII. am Fuße des MonteMario begonnen hat, denn es ist mit Malereien und Sculpturenvon Raphael und Giulio geschmückt und enthält denschlafenden Giganten, dessen Füße die Satyrn mit ihren Hirten-stäben messen.' 3 Da seht nur, ob über eine Stadt, die solcheKunstwerke in sich schließt, mit Stillschweigen hinfortgegangenwerden darf.«

Sie hatte geendet. Mir aber kam Folgendes in den Sinnund ich sprach:

»Auch Ihr, hohe Frau, habt etwas vergessen. Das herrliche,in Marmor gebildete Grabdenkmal in der Kapelle der Medici in

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