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Weiteres finden wir in Pisa, Lucca, Bo logna, Piacenza,■Mailand, Neapel und Parma, wo jetzt der Parmegiano malt. 04\ Genua besitzt im Palaste des Prinzen Doria von der Hand desMeisters Perino die ausgezeichnete Darstellung des Schiffbruchs desAeneas, der Wuth des Neptun und seiner .Wellenrosse, alles Ölge-mälde; und in einem anderen Saale al fresco den Krieg Jupitersgegen die Giganten, die er mit seinen Blitzen auf den PhlegräischenGefilden niederschmettert. Überhaupt sind fast alle Gebäude jenerStadt innen wie außen mit Malereien geschmückt. Noch in vielenanderen italienischen Ortschaften und Festungen, wie in Orvieto,Esi, As coli und Como finden sich Tafelbilder, und zwar vonhohem Werte, denn nur solche berücksichtige ich. Wollten wiraber von Altarbildern reden und von Gemälden in Privatbesitz,die der einzelne für sich allein malen lässt und die ihm ofttheurer sind als das Leben, so hieße das, das Zahllose zählenwollen. Städte gibt es in Italien, die fast ganz, außen wie innen,mit nicht unbedeutenden Malereien bedeckt sind.«
Da es den Anschein hatte, als wolle Michel Angelo | hier f. 115,aufhören, begann die Frau Marchesa, den Blick auf michgewendet:
— »Fällt es Euch nicht auf, Messer Francisco, dass MichelAngelo es unterlassen hat, von Rom, der Mutter der Malerkunst,zureden, nur um nicht seiner eigenen Werke gedenken zu müssen?Nun wohl, da er hierin nicht seiner Pflicht genügt hat, wollenwir die unsere nicht unerfüllt lassen, ihn zu beschämen;denn wenn von berühmten Malereien die Rede ist, bleibt allesGesagte wertlos, wenn man nicht zu der Quelle zurücksteigt,aus der alles gute Malen hervorgegangen und geflossen ist.Dieser Mutterquell hat seinen Ursprung und entfließt demSchöße der Kirche, d. h. nämlich San Pietro di Roma — jenemmächtigen Gewölbe, mit seinem Gesimse, seinen Bögen und derStirnwand, wo Michel Angelo al fresco mit göttlicher Meister-schaft in einzelnen Bildern dargestellt hat, wie Gott im Anfang dieWelt geschaffen hat, mit vielen Gestalten von Sibyllen undnderen Figuren in kunstvoller Umrahmung und Anordnung. 68 Amwunderbarsten daran aber ist, dass in diesem einzigen Gewölbe■- ein Werk, das in des Meisters Jugend begonnen und bisheute noch nicht beendet, ihn auf diesem Gebiete allein beschäf-tigt hat — die Arbeit von zwanzig Malerleben enthalten ist. 66
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