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ist kaum zu bezweifeln. l ) — Den Buchmalern bei Hofe warendarin glänzende Proben des neuen Stils geboten.
2. Leo X. sandte thatsächlich durch Tristäo daCunha an Emanuel ein kostbares, illuminiertes Werk, dochkeine Bibel, sondern ein Brevier (LivrodeHoras); der König aberschenkte dasselbe seinem Oberzeugwart D. Alvaro da Costa mitdem Bedeuten, ein Majoratsgut daraus zu machen, was auchgeschah. Einem Nachkommen des Beschenkten, dem Herzogvon Albuquerque, und später seinem Bruder, dem Grafenvon Mesquitella, gehörte es noch 1894. Ob der noch unermittelteM. Vincenzio (der in Hollanda's Liste ohne nähere Angabenden drittletzten Platz einnimmt) etwa darin als ausführenderMeister genannt ist, bedarf der Ermittelung.
3. S. M. der König von Portugal besitzt ein anderes Livrode Horas, das 1895 in der Kirchenkunstausstellung zur Schaugestellt ward. Eine genaue Beschreibung davon lieferte Ramalho-Ortigäo im Catalogo da Sala de Sua Magestade El-Rei (Lis-sabon 1895). Man bezeichnete es früher als Livro de Horas deD. Manoel. Vielleicht mit demselben Rechte, mit dem wir diesiebenbändige Bibel Johann IL zuweisen müssen: als erstemAuftraggeber. Auf seinen Befehl muss begonnen sein, was erstunter seinem Nachfolger vollendet wurde. Eine Inschrift derersten Seite bezeugt nämlich, dass 1517 damit angefangen ward.Doch muss noch 1538 die Arbeit daran fortgedauert haben, wiegewisse, als Schmuck angebrachte Darstellungen von Gold-Portugalösern aus diesem Jahre beweisen. Ein Blatt zeigt denLissaboner Uferpalast, ein anderes ein Königsbegräbnis, dasman auf Emanuel bezieht. Die meisten unter den 58 Bildernzeigen unverkennbar portugiesische Landschaften, Geräthschaften,Sitten und Menschen im vlämischen Stile. Verschiedene Händesind zu unterscheiden. Mehrmals sind italienische Muster benützt,polychrome Miniaturen überwiegen, einige Blätter sind aber inder Schwarz-weiß- oder Camai'eumanier hergestellt, deren Ein-führung in Portugal unser Autor für seinen Vater in Anspruchnimmt. Dass beide Hollanda, Vater wie Sohn, daran gearbeitethaben, erst der Vater für Emanuel, dann der Sohn für Johann III.,ist jedenfalls möglich. (Vgl' Des. 38 v.)
') Die Klosterbibliothek besaß auch einen illuminierten Band, der'3' December 1494 vollendet war: die Opera Magistri Sententiarum.