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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
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voller Figur oder als Brustbilder zwischen reichem Ornamentvon Zweigen und Laubwerk; auf den Rändern sind wichtigeEreignisse der entsprechenden Zeit, Schlachten u. s. w. dar-gestellt, alles vortrefflich gezeichnet.« Ein Urtheil über seinKönnen wird sich also noch formulieren lassen. Freilich nurüber seine Zeichenkunst. Denn coloriert wurden sie von andererHand: Von dem namhaftesten unter allen flandrischen Meistern,Simon Beninc oder Benichius von Brügge, den selbstunser Hollanda in der Liste der Buchmaler den Adlernbeizählt. Wir sind über den betreffenden Auftrag genau unter-richtet, weil kein geringerer als der Geschichtsschreiber Damianusa Goes die Mittlerrolle gespielt hat. Simons Kunst abergefiel diesem edlen Geiste dermaßen, dass er auf eigene Kostennoch ein Gebetbuch bei demselben bestellte und das wohl-gelungene Werk später (1545) der Königin Katharina alsGeschenk überreichte. Den Zeichnungen des Portugiesen sollübrigens damals der Vorzug vor Entwürfen eines anderenMeisters, und zwar eines Italieners, gegeben worden sein, zurFreude unseres Francisco, obwohl der Raphaelit Bolognazweifelsohne im neuen Stile arbeitete. (S. Beilage I. und IL)Das Werk des Vaters, auf welches Francisco am trium-phierendsten zurückblickte, war eine Aufnahme des Kaiserpaares,mit Philipp als nino auf dem Schöße der Mutter, eine Miniaturnatürlich, 1529 zu Toledo ausgeführt, auf Wunsch und Anregungder eben so gütigen wie schönen Kaiserin Isabella, die aus ihrerMädchenzeit dem Palastmaler der Eltern und des Bruders dank-bare Erinnerung bewahrt hatte. ! ) Seine Begeisterung für dies Werkgeht so weit, dass er es höher stellt als Tizians Kaiserbild-nisse. Als Abschätzer der ausgewählten Kunstsammlung desschon genannten Chronisten Emanuels, der aus Flandern nichtbloß Miniaturen, sondern kostbare Altaraufsätze und Tafelbilder

') Nachrichten über das von Antonio de Hollanda gemalte BildnisKarls V. findet der Leser in Beilage VIII. und X. In seiner Abhandlung überdie Porträtierkunst (f. 6 v.J erzählt Francisco, wie leutselig der Herr der Weltseinen Vater in Toledo behandelt hatte. Als das Tischchen, an dem er arbeitensollte, sich als zu niedrig erwies, legte der Kaiser persönlich Hand an undbohrte mit der Dolchspitze Löcher in die Riemen, während Antonio die Plattestützte. Ein Pendant zu der Scene, in welcher der Herr der Welt Tizians Pinselaufhebt.