Druckschrift 
Zweyte Rede bey dem eilfhundertjährigen Jubelfeste des heiligen Bischofs Suitbertus, Apsotels hiesiger Gegend und der benachbarten Länder : vorgetragen den 7ten des Monats Julius 1817 in der Pfarrkirche zu Kaiserswerth
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16kungen, so machet nur sie das wahre undeinzige Gluͤck des Menſchen aus.Eine unverdiente Gnade. Denn daGott, wie der Apostel redet, uns vor derGründung der Welt aus Liebevorerwaͤhlet hat, (Ephes. K. 1. V. 4.)wo fand er die Grunde dieser Vorliebe,die uns zum Christenthume berief? Gewißnicht in uns: denn wir waren noch nicht:Gott dachte alſo an uns, um uns glücklichzu machen, bevor wir an ihn denken konn-ten, um ihn dafür zu preisen. Oder fandGott vielleicht die Grunde seiner Vorliebein der Voraussehung unserer künftigen Ver-dienste? O Christen! nichts zu sagen, daßunsere Verdienste nur den Grund in derGnade Gottes haben (denn ohne diesevermogen wir nichts) (Joh. 15. K. 5.)war nach dem Ausdrucke des Prophetenunser Vater ein Amorrhaͤer, dasist, ein Aufrührer, und unsere Mut-ter eine Cethaerinn, (Ezech. 16. K. 3.)das ist, eine Thörinn, indem wir dem all-gemeinen Fluche des Menſchengeschlechtesdurch die Sunde unserer Stammeltern un-terlagen. Gott konnte also an uns nichtsanders, als Sünde und Elend entdecken, unddennoch berief er uns zum Christenthume.Meinthe