11daß sie besonders auf die Keuschheit hiel-ten; und es wurde dies Laster, vorzüglichder Ehebruch aufs schärfeste bey ihnen ge-ſtrafet. Merket euch dies, Ihr heutigenChristen! und erkennet, wie tief ihr gesun-ken seyd, da ihr nicht einmahl die Schänd-lichkeit eines Lasters einsehen wollet, wel-ches eure heidnischen Vorfahrer mit denBegriffen vernünftiger Geschöpfe zu streitenglaubten. Sie waren auch ein treues Volk.Merket euch dies, Ihr! bey welchen Wort-brüchigkeit an der Tagesordnung ist, undverdeckte Betrügereyen feine Handelsspeku-lationen sind. Alte deutsche Treue, kenntman dich auch noch? — Wenn wir aberübrigens einen Blick auf die Sitten deralten Deutschen werfen, so kann man mitRecht behaupten, daß dieſelbe eben ſo rohegewesen, als die Verehrung, welche sie inden Hainen oder Büschen der Gottheitbeweisen zu müssen glaubten.Alle Geschichtschreiber kommen darinüberein, daß die Deutschen ein rohes undbarbarisches Volk gewesen; und dies läßtsich von dem Stammen der Boructuarier,der alten Sachsen, Westphäler, und Engerer,welche eigentlich unsere Vorfahrer waren,beweisen. Der Lebensschreiber nennt sie einbar-
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Zweyte Rede bey dem eilfhundertjährigen Jubelfeste des heiligen Bischofs Suitbertus, Apsotels hiesiger Gegend und der benachbarten Länder : vorgetragen den 7ten des Monats Julius 1817 in der Pfarrkirche zu Kaiserswerth
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