178 BEILAGEN
Ein bess'res Leben hoft und seiner Ewigkeit
Sich, völlig ihrer wehrt, mit Lust entgegen freut.
Dies ist ein wahrer Held. Doch nie verlangte ich,
Sprichst du, und zwar mit Recht, den Mars zum Gott für mich.
Psychologie. Hauch
Du fühlest, daß in dir ein göttlich Etwas lodert,Das lebt empfindungsvoll, wenn seine Hülle modert.Dir lispelt die Natur jetzt lauter als zuvor,Weil dir dein Ich bewußt, Unsterblichkeit ins Ohr.Du weißt, Begierden nur zum Guten anzufachen,Kennst auch, wie unvermerkt sie Böses rege machen.
Dichtkunst. Willoko
Sowie des Malers Bild durch GleichnißUnd Farbenzüge Sprache führt,Den Pinsel lenkt nach seinen Abriß,Wie leeres Nichts zum Leben ziert:So läßt du auch, o Musen Sohn,Dein Ideal ans Herze sprechen.Für wahr, dies ist der Dichter Thon,D'rum wollt' ich dir den Lorbeer brechen.
Mathematik. Hasse
Doch endlich sind sie hin die harten Arbeits Tage,Verschwunden ist sie nun die saure Geistesplage,Und du vom schlaffen Trieb nach nied'rer Trägheit freyUnd stäts dem edlen Hang zur Wißbegierde treu,Ganz ungestört für dich in deinen AußenstundenGleich Archimed ans Buch und Cirkel wie gebundenFür Geistes Lehre sannst; nun geh ins freye FeldUnd labe dich gekrönt in deiner Vaterwelt!
Geographie. Hollenhorst
Zwar klein am Körperbau und groß an Geistesgaben,Erhab'ner Geograph, sollst du nicht Größe haben?In dir hast du die ganze Welt, nicht eine Stadt und Flecken,Die, auch so klein sie ist, dein Geist nicht wird entdecken.Den Fluß, der sie durchströmt, den Kreis, worin sie liegt,Dies alles weißt du so, daß es dich niemals trügt.
Schön- und Rechtschreiben. .1. Veltins
Was Spott für eine Hand, die liefert schlechte Schriften!Wie flucht man ihnen nicht, wenn sie kaum lesbar sind,Ja sehr oft Hader, Zank, sogar' Processe stiften!Ist solcher Schreiber nicht mit offnen Augen blind?Wohl aber eine Hand, die Eifrer Augen weidet,Die reine Züge liebt, und die Sprachfehler meidet.