92 GYMNASIUM
Versuch eine Immediateingabe an den neuen Landesherrn undbegründete die Bitte um die Fortexistenz des Gymnasiums auffolgende Weise.
„Die Stellung der Professoren durch den Franziskaner-orden sowohl für die Klassenschulen als auch Philosophie istunseres geringen Ermessens ein Hauptgrund der fürstväterlichenAbsicht, tüchtige und auf die Dauer unverdrüssige Lehrer zuhaben. Der Franziskanerorden ist bekanntlich dermalen dereinzige, der es sich angelegen seyn läßt, zur Bildung und Lehrein niederen und auch höheren Wissenschaften tüchtige Männerzu bilden. Zu Münster, Paderborn, Halberstadt und mehrerenkatholischen Schulen setzt uns dieser Orden die ersten Männerauf den Lehrstuhl; und auf dem Gymnasium zu Geseke hat esauch nie an geschickten Männern gefehlt, die, wenn sie sichsechs oder mehrere Jahre mit dem Unterricht in den Klassen-schulen abgegeben hatten, abgewechselt und zu höheren Lehr-arten befördert wurden.
Wer die Beschwernisse eines Lehramtes kennt, kann esnicht verabreden, daß wie gut es auch ein dergleichen Subjektmeint, jedoch auf die Dauer im Eifer nachläßt; wozu ihn auchin der Natur das Alter und Abnehmen der Kräfte nötigen.Dieses war aber bei unseren Lehrern nicht der Fall; selbewechselten ab und wurden jedesmal von jungen Konvents kraft-vollen Männer ersetzet."
Ferner weist die Bittschrift auf die unter den letzten Kur-fürsten schon geltende Praxis hin, nach der die Magistri undProfessoren ihre Lehrqualifikation durch ein Examen vor einerKommission nachweisen mußten. Sie gesteht auch ein, daßdas Kloster für eine sehr geringe Besoldung bisher das Onusdes Unterrichts auf sich genommen habe, so daß für diesesSalär andere Lehrer nicht zu haben seien.
Am 25. Oktober 1804 wurde dem Magistrat vom Kirchen-und Schulrat zu Arnsberg mitgeteilt, „daß es bei der bereitsgetroffenen Verfügung sein Bewenden behalte", weil die anStelle des Gymnasiums zu errichtende höhere Bürgerschule dieBedürfnisse der städtischen Jugend vollauf befriedigen werde 1 ).
') Ebd. Bl. 31.