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des Prinzen Eugen: ein solcher Maun bedarf deren nicht. Und wenn sichunter diesen Umständen an seiner Stelle ein anderer gewöhnlicher Feldherr be-funden hätte, so wäre dieser vielleicht viel unglücklicher gewesen. Kann manwohl bezweifeln, dass im Jahre 1710 Prinz Eugen nicht vollständig die ver-zweifelte Lage Frankreichs gekannt nnd die Notwendigkeit aufs Allerentschie-denste zu operiren nicht eingesehen hätte ? Aber in diesem Feldzuge warendie Hauptursachen des Misslingens in Folgendem verborgen. Prinz Eugenwar trotz alledem der Mann seiner Zeit und der Marsch durch einige Keinenvon Festungen wurde für vollends unmöglich gehalten. Sodann stürzten aufPrinz Eugen alle möglichen Widerwärtigkeiten herein. Er war gebunden so-wohl durch die Pläne der holländischen Commissäre, als durch den zusammen-gewürfelten Bestand der verbündeten Armee und viele andere Umstände, undes unterliegt keinem Zweifel, dass er selbst die unvermeidlichen Folgen davongegenüber einem Feldherrn wie Villars voraussehen konnte. Aber er war,ohne es zu wollen, durch alle diese Umstände in eine Richtung hineingezogen,die er nie gewählt hätte, wenn er gänzlich unabhängig und frei gewesen wäre.Daher ist e"s nicht möglich und nicht zulässig, über denWerth der Operationendes Prinzen Eugen in den Jahren 1710 und 1711 und besonders 1712 nurnach den Resultaten zu urtheilen, die in der That gegen ihn und zu GunstenVillars' sind, sondern es ist nothwendig, aufmerksam in alle Umstände einzu-gehen, in denen sich Prinz Eugen befand, und dann wird die Sache in Hinsichtauf ihn in anderem Lichte erscheinen.
Als Ersatz für diese drei Feldzüge dienten dem Prinzen Eugen die beidenFeldzüge von 1716 — 1717, in denen ihm, dem in seinen Operationen gegendie Türken gänzlich unabhängigen und freien, von Neuem die Gelegenheit ge-boten wurde, seine hohe Begabung als Feldherr im allerhellsten und strahlend-sten Lichte zu zeigen. Freilich waren die Türken keine Franzosen, und derSultan und sein Vezier nicht Villars; aber man braucht nur alle Operationendes Prinzen Eugen in diesen Feldzügen näher zu betrachten sowie die Schlach-ten bei Peterwardein und besonders bei Belgrad zu nennen, um einen wahrenBegriff von der Kühnheit und Geschicklichkeit des Prinzen Eugen zu be-kommen.
Endlich in den beiden letzten Feldzügen .von 1734— 1735 war er wieder,wie in den Jahren 1710, 1711 und 1712, in solcher Abhängigkeit von derallgemeinen europäischen Politik, vom deutschen Reichstage und vielleichtauch vom hohen Alter und von seiner Körperschwäche (vgl. oben seine Krank-heit und seinen Tod) , dass es auch hier nicht möglich und nicht zulässig ist,nur nach den Resultaten zu urtheilen. Alles, was möglich war, und von ihmabhing, hat er gethan, aber Unmögliches und von ihm nicht Abhängendes warer nicht im Staude zu leisten. Als bestes Zeugniss zu seinen Gunsten dient,was er war und wie er operirte in den Feldzügen vom Jahre 1716 — 1717 und