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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
Entstehung
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Erstes Kapitel.

Kurze TTehersicht des Zustande» der Kriegskunst amEnde des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts.

§ i.

Das Kriegswesen der europäischen Staaten im Allgemeinen.

Von dem Gesichtspunkte aus, dass die Unterhaltung eines Heeresim Frieden und seine Vergrösserung im Falle eines Krieges bedeutendvorteilhafter und weniger beschwerlich sei, als die Aufstellung einesHeeres beim Beginn eines Krieges, begannen die europäischen Re-gierungen, dem Beispiele Schwedens folgend, nach Beendigung desdreissigjährigen Krieges, auch in Friedenszeiten einen bedeutenden Theildes Heeres in beständiger Kriegsbereitschaft zu unterhalten, wobeisie besondere Sorgfalt darauf wendeten, dass es eine seinem Zweckeentsprechende und bessere Einrichtung erhielt. Grosse Aufmerksam-keit ward auf seine Bildung, seinen Unterhalt, sowie auf die Vervoll-kommnung der verschiedenen Zweige der Kriegskunst verwandt. Inkurzem waren im vollen Sinne des Worts die stehenden Heere allgemein.Diese Umgestaltungen begannen, früher als in den übrigen Staaten, inFrankreich, mit dem Regierungsantritt Ludwig's XIV., oder richtiger ge-sagt, seitdem Louvois zum Kriegsminister ernannt worden war. In denübrigen Staaten, mit Ausnahme Brandenburgs, traten sie später als inFrankreich ins Leben. In der Folge (Anfang des 18. Jahrhunderts^vervollkommnete sich allmälig das Heerwesen der übrigen, besondersder deutschen Staaten immer mehr und mehr, während schon gegen dasEnde der Regierung Ludwig's XIV. es in Frankreich in vieler Hinsichtbedeutend verfiel.

Dank den weisen Regierungsmassregeln Friedrich Wilhelm's, desgrossen Kurfürsten. nahm (nach Schweden und Frankreich, Brandenburg