Drittes Kapitel.
Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge amEnde des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts.
i.
Der erste niederländische Krieg (1667—1668).
§.21.
Der politische Zustand Europas im Allgemeinen und Frankreichs
besonders nach dem pyrenäischen Frieden.
Das durch Richelieu beruhigte, gestärkte und mächtig gewordeneFrankreich gewann ein bedeutendes politisches Uebergewicht über dieübrigen Staaten des westlichen Europas. Mazarin, der Nachfolger Riche-lieu's, obschon er ihm, was Festigkeit und staatsmännische Fähigkeitbetraf, weit nachstand, verfolgte doch mit grossem Erfolg seine Politik.Die Kriege der Fronde endeten mit einem entschiedenen Siege der mo-narchischen Gewalt, und der Krieg mit Spanien damit, dass das letzteregeschwächt, Frankreich hingegen noch mehr gekräftigt und vergrössertwurde, indem ihm in Folge des pyrenäischen Friedens (1659) von SpanienRoussillon und in den spanischen Niederlanden ein Theil der GrafschaftArtois abgetreten wurden.
Auf diese Weise geschah es, dass Ludwig XIV. zwei Jahre nachdem Abschlüsse des pyrenäischen Friedens (1661) als unumschränkterHerrscher des mächtigsten Staates West-Europas die Regierung persön-lich übernahm. Seine hohen staatsmännischen Fähigkeiten, wie die sei-ner Minister Colbert und Louvois, stellten Frankreich auf den Gipfel derMacht und des Ruhmes und verschafften ihm ein entschiedenes Ueberge-wicht im europäischen Staatensystem. Colbert bereicherte das Volk,