Einleitung.
Quellen und historische Beleye zur Erforschung und zum Studium der zweitenPeriode der allgemeinen Kriegsgeschichte der Neuzeit.
Die kriegshistorische Literatur erhielt in dieser Periode eine bedeutendgrössere Entwickelung als in der vorhergehenden, und dabei eine sehr eigen-tümliche, mit den Umständen und dem Zeitgeiste übereinstimmende, und fingseit der Zeit an umfangreicher zu werden.
Sie diente als genaue und richtige Darstellung des Krieges und der Mili-tärbegriffe der Zeit, so wie sie auch eben solch eine Darstellung der Politik unddes Zeitgeistes war. In der Politik, im Kriege, in der Kriegskunst überhaupt,spiegelte sich der militärische Methodismus ab, der sich damals entwickelteund lange Zeit in Europa die Oberhand behielt — der falsch in seinen Grund-lagen , sowie auch in seinen Folgerungen, bis aufs Aeusserste kleinlich imWichtigen und wichtig in Nichtigkeiten war. Das Manövriren im Laufe ganzerFeldzüge zwischen grossen und kleinen Festungen, Städten, Flecken, und so-gar Dörfern , Flüssen und Flüsschen und anderen natürlichen und künstlichenHindernissen, mit oft vorkommenden Belagerungen von Festungen und selte-nen, fast immer nur zufälligen Schlachten — dieses sind die Hauptgegenstände,die vorzugsweise das Augenmerk der Kriegshistoriker und Schriftsteller jenerZeit auf sich lenkten und ihnen Stoff zur Erforschung und Beschreibung der-selben bis auf die kleinsten und unwichtigsten Details gaben. Diese erfolgtenoch dazu auf solche hochfahrende Weise, wie sie es grösstentheils nicht ver-dienten. Indem sich die Schriftsteller in Kleinlichkeiten ergingen, Hessen siedasjenige ausser Acht, was im Kriege das Wichtigere ist und mit den wirk-lichen Grundsätzen über denselben übereinstimmt. Hierbei muss noch bemerktwerden, dass in allen Eroberungs- und Erbfolgekriegen dieser Periode fastohne Ausnahme alle Staaten, Armeen und Feldherren von ganz West-Europa
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