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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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194 Beilagen.

Theil nahmen). Die Linien Berwick's und die Oertlichkeit wurden als nichtgut zugänglich für einen Angriff befunden, aber der Herzog von Würtembergwies auf einen andern Ort hin, der ziemlich zugänglich und schwach besetztschien. Prinz Eugen rückte'mit seiner Armee dorthin am 1. Juli vor, errichteteBatterien, sogar eine kleine Tranchee, eröffnete das Feuer, konnte aber nichtüber den vor ihm liegenden Sumpf gelangen und musste vom Angriffe abstehen,und zog sich nach der Capitulation Philippsburg's am 22. Juli nach Bruchsalzurück. Der Marschall d'Asfeldt (an Stelle des gefallenen Berwick) wolltedarauf, wie es scheint, Mainz belagern, weshalb Prinz Eugen nach Mainzmarschirte, während die französischen Truppen sich auf dem linken Rheinuferhinter dem Speierbach aufstellten. Nun wandte sich Prinz Eugen nach Heidel-berg, d'Asfeldt zum Fort St. Louis. Letzterer rückte darauf im August undSeptember noch einige Male von einem Orte zum andern, ohne entscheidendeResultate; die kaiserlichen leichten Reitertruppen führten inzwischen erfolg-reicher den kleinen Krieg. Endlich zog sich d'Asfeldt nach Kehl zurück undEnde September bezogen beide Armeen Winterquartiere, die kaiserliche unterdem Befehle des Herzogs von Würtemberg von Westphalen bis Schwaben, undPrinz Eugen begab sich nach Wien. Dies war der unbedeutende Feldzug impolnischen Erbfolgekriege!

Am Anfange des Sommers 1735 traf Prinz Eugen im Lager bei Ettlingenbei der Armee ein, die aus sechzig Regimentern kaiserlicher Truppen bestand,zu denen noch ein Reichscontingent und 15,000 Mann russischer Truppen unterdem Befehle des General - en - chef Lacy stossen sollten. Letzterer marschirtedurch Böhmen und die obere Pfalz, überall Bewunderung durch die Organi-sation und Disciplin der russischen Truppen erregend, die auch das Lob desPrinzen Eugen ernteten. Mit der Ankunft der Reichs- und russischen Truppenmussten die Streitkräfte seiner Armee auf die Zahl von 80,000 Mann wachsen.Aber schon vorher marschirte Prinz Eugen nach Bruchsal und stellte sich zwi-schen Philippsburg und Ettlingen auf. Ihm gegenüber hinter dem Speierbachstand die französische Armee des Marschalls Coigny, fast von gleicher Stärke,indem sie ein 25,000 Mann starkes Corps an der Mosel hatte, um Trier undden Niederrhein zu beobachten.

Nach Ankunft der Reichscontingente vertheilte Prinz Eugen dieselben inabgesonderten Corps auf seine beiden Flanken und sandte sie später über denRhein an die Mosel, wo sie Trarbach eroberten und über den Fluss gingen;als aber später Coigny Mainz bedrohte, zogen sie sich dorthin zurück. PrinzEugen marschirte seinerseits den 14. August dem herannahenden Lacy ent-gegen und bezog nach erfolgter Vereinigung ein Lager zwischen Mann-heim und Heidelberg, indem er bei Bruchsal 20,000 Mann zurückliess.Coigny aber zog sich nach Worms und Speier zurück. Auf diese Art hieltenbeide Theile nur die Rheiuufer besetzt, ohne über den Fluss zu gehen und be-obachteten einander.