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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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190 Beilagen.

ein Ende gemacht würde, die Armee in dem Grade geschwächt sein würde,dass sie nicht mehr im Stande sein könnte, sogar die Circumvallationslinie zubesetzen. Bald darauf musste er voraussetzen, dass die Türken die Brückenauf der Sau zerstören oder das Detachement in Semlin erdrücken wollten, undentschloss sich daher, diesem Vorhaben durch einen Angriff des Veziers vor-zubeugen. Der Letzte näherte sich inzwischen vermittels Trancheen immermehr und mehr der Linie des Prinzen Eugen, endlich sogar auf Schussweite, sodass zwischen den zwei Linien fast nirgends mehr ein vom Feuer ungefährdeterPlatz zu finden war. Dies bewog schliesslich den Prinzen Eugen am 16.August den Vezier anzugreifen. Zur Besatzung und Vertheidigung der Contra-vallationslinie waren acht Bataillone, vier Grenadiercompagnien und siebenKeiterregimenter unter dem Befehle des Feldmarschall-Lieutenant Viardo be-stimmt, und zwei Bataillone und 1400 Mann Fussvolk in Abtheilungen und300 Mann Reiterei wurden jenseits der Sau auf einer Donauinsel in der grossenRedoute und bei den Bäckereien zurückgelassen. Reiter ohne Pferde warenauf beiden Linien verfheilt und die demnach übrigen Truppen, an Zahl nichtmehr als 60,000 Mann, wurden zum Angriff bestimmt und nach Brauch inzwei Linien mit Reserve, die Infanterie im Centrum und die Reiterei an denFlanken, aufgestellt. Der Prinz Eugen befahl der Artillerie schon um zehnUhr Abends bei ihren Truppentheilen zu sein; der ersten Linie, in der Nachtin der grössten Stille aus den Befestigungen auszurücken und sich so aufzu-stellen, dass bei Tagesanbruch der Angriff beginnen könne; dem linken Flügel,später als der rechte auszurücken und nachdem die Reiterei voraus durchge-lassen worden, die grosse türkische Batterie auf der Anhöhe zu stürmen, vondort den Türken in die Flanke zu fallen, sie aus den Trancheen herauszu-schlagen und sich in denselben festzusetzen, dann weitere Befehle zu erwarten;inzwischen aber wollte er selbst, nach Eroberung der ersten Batterie, mit demrechten Flügel eine der gegenüber liegenden Höhen einnehmen. Aber dieseDisposition konnte nicht ausgeführt werden. Um die Türken irre zu leiten,wurde die Stadt bis Mitternacht mit Bomben beworfen und um 1 Uhr nachMitternacht wurden auf ein Mal drei Bomben abgeschossen. Nach diesemverabredeten Signale rückte der rechte Flügel zuerst aus den Befestigungen,nahm aber im dichten Nebel eine andere Richtung und gelangte in die türki-schen Trancheen. Die in denselben befindlichen Türken eröffneten ihr Feuer,die Reiterei der rechten Flanke antwortete auf dasselbe und bald darauf wardas ganze türkische Lager in Bewegung, und die Schlacht, die in einzelnenTheilen begonnen, wurde eine allgemeine. Die Reiterei der rechten Flankeschlug die Spahis und Tataren zurück und rückte immer vorwärts, und dieInfanterie folgte ihr nach und unterstützte sie. Dabei aber waren sie zu weitnach rechts vorgedrungen, und die Türken warfen sich in grosser Zahl aufden dadurch entstandenen Zwischenraum, wodurch ihnen grosse Gefahr drohenkonnte. Zum Glück zerstreute sich der Nebel bei Sonnenaufgang und Prinz