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Kücken anzugreifen. Die gelungene Ausführung dieses Befehls entschied denSieg über die Türken. Unter Deckung dieses Angriffes stellten sich die in Un-ordnung gerathenen Bataillone von Neuem in zwei Linien mit Keserve auf,gingen zur Offensive über, warfen die Janitscharen, stürmten die türkischenSchanzen und zu gleicher Zeit griff die Reiterei der linken Flanke die feindlicheWagenburg an und schlug die Türken in die Flucht. Vergebens führte derVezier persönlich seine Truppen den Stürmenden entgegen: er wurde schwerverwundet und starb bald darauf in Karlovicz ; seine Armee aber flüchtete inUnordnung nach Belgrad, nachdem sie an Todten mehr als 6000 Mann, 164Geschütze, 150 Fahnen, 5 Rossscliweife und das ganze türkische Lager mitreicher Beute und dem Zelte des Veziers, vor welchem noch die Fahne Maho-met's wehte, verloren hatten. Der Verlust der kaiserlichen Armee belief sichauf 3000 Mann an Todten und 2000 Mann an Verwundeten. Der Prinz Eugenverfolgte die Türken nicht und marschirte nicht nach Belgrad, wo die verhält-nissmässig immer noch starke türkische Armee sich wieder sammelte und welcheStadt er dann hätte belagern müssen, sondern ging nach Temesvar, der Haupt-stadt des Banats, belagerte dieselbe und zwang sie am 13. October, sich aufCapitulation zu ergeben. Durch die Eroberung von Temesvar gewann derKaiser das ganze Banat und die Walachei, deren Hospodar Maurokordato ge-fangen genommen wurde. Nachdem Prinz Eugen seine Armee im Banat undin Siebenbürgen hatte Quartiere beziehen lassen, begab er sich nach Wien, woer mit grossen Ehrenbezeugungen empfangen wurde und vom Kaiser den Ordendes goldenen Vliesses erhielt und wohin ihm der Papst einen geweihten Degensandte.
Zum folgenden Feldzuge im Jahre 1717 wurden seitens des Kaisers grosseVorbereitungen getroffen, die Armee des Prinzen Eugen sollte bis auf 140,000Mann verstärkt und die Flottille auf der Donau bedeutend vergrössertwerden. In der ersten Hälfte des Mai 1717 begab sich Prinz Eugen zur Armee,die sich bei Futaka gesammelt hatte. Das Ziel dieses Feldzuges war die Be-lagerung und Eroberung von Belgrad, welches die Türken in starken Vertei-digungszustand gesetzt und mit 30,000 Mann Besatzung versehen hatten. Zugleicher Zeit concentrirte sich bei Adrianopel eine türkische Armee, derenStärke auf 150,000 Mann gebracht werden sollte. Auf diese Weise wardie Belagerung und Eroberung Belgrads eine sehr schwierige Sache, umso mehr, da der Prinz Eugen bei der Belagerung Belgrads dieselbe von vornund das Banat und Siebenbürgen im Kücken gegen das Eindringen der Türkendecken musste. Aber zu seinem Glücke lenkten die Türken alle ihre Kräfteund Aufmerksamkeit nur auf die Vertheidigung Belgrads, was dem PrinzenEugen erlaubte seinerseits Alles zur Eroberung Belgrads zu thun. Der neueGrossvezier gedachte mit einem Theile seines Heeres Belgrad zu decken undmit dem andern die Grenzen der Walachei und die dort befindlichen kaiser-lichen Garnisonen zu beobachten. Aber Prinz Eugen marschirte am 10. Juni