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von Toulon wurden sehr langsam uud unentschlossen betrieben, nicht durchdie Schuld des Prinzen Eugen, sondern des Herzogs von Savoyen, der denOberbefehl führte und damit der Sache ein Ende machte, dass er zur grossenUnzufriedenheit der Engländer und des Prinzen Eugen in der ersten Hälfte desAugust beschloss, sich auf demselben Wege zurückzuziehen. Die Franzosen, diebereits 35,000 Mann vor Toulon und weitere 18,000 Mann in der Nähe zusam-mengezogen, hätten sich den Rückmarsch der Armee des Herzogs von Savoyenvortrefflich zu Nutzen machen können, um dieser schon bis auf 33,000 Manngeschwächten Armee eine Niederlage oder wenigstens grossen Verlust zuzu-fügen. Aber Marschall Tesse war dazu nicht befähigt und die verbündeteArmee kehrte nach Piemont zurück, ohne auch nur irgendwo auf den gering-sten Widerstand zu stossen, und bezog Quartiere in der Nähe von Pinerolo,Savigliano und auf der Strasse nach Susa. Prinz Eugen beschloss dem Feld-zug wenigstens durch die Einnahme von Susa, der einzigen Festung diesseitsder Alpen, die sich noch in den Händen der Franzosen befand, einen Abschlusszu geben und führte dies sehr schnell und mit grossem Erfolge aus. Am 20.September marschirte er von Savigliano nach Susa, blokirte es, eröffnete am26. die Trancheen, erstürmte am 28. das Fort Catinat und schoss am 3.October Bresche, worauf sich der Commandant mit der Garnison kriegsgefangenergab. Darauf bezogen beide Armeen Winterquartiere und Prinz Eugen be-gab sich nach Wien.
Der misslungene Ausgang des Feldzuges nach Süd-Frankreich kann nur derUneinigkeit zwischen dem energischen und entschlossenen Prinzen Eugen unddem unfähigen und unentschlossenen Herzog von Savoyen zugeschrieben wer-den. Im entgegengesetzten Falle, wenn zwischen ihnen volles Einverständnissgeherrscht oder, noch besser, wenn der Oberbefehl über die verbündete Armeeunumschränkt dem Prinzen Eugen anvertraut worden wäre, unterliegt es kei-nem Zweifel, dass er Toulon mit allen Vorrätken erobert, mit Verstärkungenversehen sich dort behauptet und mit der unzufriedenen Gebirgsbevölkerungder Sevennen in Verbindung gesetzt hätte, und dass er sehr wichtige Erfolgehätte erzielen und den Franzosen grossen Schaden zufügen können. Toulonwar in schlechtem Vertheidigungszustande und hätte sich nicht einmal zweiWochen lang halten können. Wenn man aber nach der ersten Aufstellungder französischen Armee urtheilt, so wäre es für die verbündete Armee vor-teilhafter gewesen, vonConi überBarcelonetta und zwar mit möglichst grosserSchnelligkeit zu marschiren. Diese letztere Bedingung namentlich konnte nichterfüllt werden, weil der Marsch der verbündeten Armee über schwer zu passi-rende Bergpfade bei starker Hitze sehr beschwerlich war und sie dabei ziem-lich bedeutenden Verlust erlitt. Jedenfalls kann das Misslingen des Feldzugesin Frankreich nicht dem Prinzen Eugen zur Last gelegt werden, und doch wares ihm äusserst unangenehm. Seit 1708 bis zum Ende des Krieges befeh-ligte der Prinz Eugen die kaiserlichen Armeen, welche in den Nieder-