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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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VI. Prinz Eugen von Savoyen. \ 79

ohne zu manövriren und ohne Kampf, sich mit dem Herzoge von Savoyen zuvereinigen. Endlich war dem Prinzen Eugen auch bei Turin das Glück, inder Person des unfähigen Marsin mit seinen ganz schlechten Anordnungen,ungemein günstig, aber er verstand es auch das Glück vollständig auszubeuten.Im Allgemeinen, hinsichtlich der Kunst des Prinzen Eugen, in diesem Feld-zuge das Glück auszubeuten, lässt sich sagen, dass er genau die Regel beob-achtete, deren Verletzung Napoleon I. Turenne in Anlass des Endes seinesFeldzuges im Jahre 1658 vorwarf, nämlich: »prqfitex de lafaveur de lafortune,lorsque ses caprices sont pour vous : craignez qu eile ne change de depit, eile estfemm&s. (siehe oben die Biographie Turenne's, Feldzug im Jahre 1658); nurder Anfang des Vorwurfs Napoleons: ml a viole de la regle qui dit« mussverneinend ausgedrückt werden : ml n'a pas viole la regle etc.«. was in Bezugauf den Prinzen Eugen die reine Wahrheit und das rechte Lob sein wird.

Auf eine schon lange vorher dem Kaiser vom Herzoge und vom Prinzen Eugenvon Savoyen gemachte Vorstellung hin wurde im Jahre 1707 ein Einfall in dieProvinzen Süd - Frankreichs, die Dauphine und Provence bewerkstelligt, abernicht früher als im Juni, in Folge der Verzögerung der vorhergehenden Unter-handlungen mit den verbündeten Seemächten England und Holland, der Ord-nung der italienischen Angelegenheiten, der Entsendung des Generals Daun miteinem Corps kaiserlicher Truppen nach Neapel, und vieler anderer Umständewegen. Um den Feind darüber in Ungewissheit zu lassen, wohin die Unter-nehmung gerichtet werde, wurde die vereinigte Armee des Herzogs von Sa-voyen und des Prinzen Eugen (66 Bataillone, 40 Escadronen, zusammen 47,000Mann) in drei Corps getheilt und bei Ivrea, Pinerolo und Cuneo (oder Coni)aufgestellt. Der die französische Armee (43,000 Manu) commaudirende Mar-schall Tesse zerstückelte diese in Detachements längs der Alpen, wahrschein-lich in der Absicht, die Dauphine und Provence und die Seestädte, mit einemWort — Alles zu decken, in der That aber deckte er Nichts. Die verbündeteenglisch - holländische P'lotte, die 48 Kriegsschiffe und 60 andere Fahrzeugezählte und unter dem Befehl des Admirals Shovel stand, erschien an den Süd-küsten Frankreichs, und in Piemont blieb zur Vertheidigung des inuern Landesdie einberufene Miliz.

Den 4. Juli trat Prinz Eugen mit dem Truppencorps, das bei Coni stand,den Zug nach Süd - Frankreich an, indem er zunächst nach dem GebirgspassCol di Tenda marschirte. Ihm folgten die deutschen Hülfstruppen. Am 10.Juli sammelte sich die Armee im Lager bei Nizza; den 14. griff sie, unterstütztvon der Flotte, ein französisches Detachement an (9 Infanteriebataillone und800 Mann Reiterei), das in einer befestigten Position hinter dem Flusse Varstand, drängte dasselbe zurück, setzte unbehindert ihren Weg längs demMeeresufer fort und erreichte den 26. Juli das Fort La Valette in der Nähevon Toulon, vor welchem als Deckung 20,000 Mann französischer Truppen(40 Bataillone) ein Lager bezogen hatten. Aber die Massregeln zur Cernirung

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