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wendigen. Mehr und mehr von seinen geraden Communicationen über Tirolmit Oesterreich abgedrängt, und schliesslich ganz von denselben abgeschnitten,verstand er es — im gänzlichen Widerspruche mit den damaligen Begriffenund Regeln hinsichtlich der Unterhaltung der Armeen durch das Magazinsystem— seine Armee mit den Mitteln des occupirten Landes und dabei ganz hin-länglich zu verpflegen, und, wie richtig einer der Historiker dieses Krieges(Duvivier) bemerkt, war das Land, in welchem seine Armee sich befand undoperirte, die erste und Hauptbasis seiner Operationen und Oesterreich nur diezweite, mehr entfernte, die dazu diente, um ihn mit Verstärkungen und miteigentlichem Kriegsbedarf und Munition zu versorgen. In dieser Hinsicht stehtPrinz Eugen über den Kriegsbegriffen und Vorurtheilen seiner Zeit.
Nach Beendigung des Feldzuges im Jahre 17 02 wurde der Prinz Eugennach Wien berufen, wo er sich des ausgezeichnetsten Empfanges erfreute,und bald darauf ernannte ihn Leopold T. zum Präses des Hofkriegsrathes.In dieser Würde war er das Haupt aller Kriegsangelegenheiten und hattegrossen Einfluss auf die Politik. Zuerst und am meisten war er für die Armee,die so viele Mühseligkeiten ertragen und Opfer gebracht hatte, besorgt, unddann bewog er Leopold I., den Herzog vonSavoyen von Frankreich abzuziehenund ihn auf seine Seite zu bringen, was der Kaiser ihm persönlich auftrug,und was von ihm mit vollständigem Erfolge ausgeführt wurde. Das ganzeJahr 1703 verbrachte er in Wien mit Ausnahme zweimaliger Fahrt nach Press-burg, von wo aus er einige Detachements gegen die ungarischen Insurgentensandte.
Im Jahre 1704 beschloss Leopold I. seine Hauptmacht in Deutschland zuconcentriren und von derselben 32,000 Mann unter dem Befehle des PrinzenLudwig von Baden mit 30,000 Mann englisch-holländischer Truppen unterdem Befehle Marlborough's zu vereinigen, und 37,000 Mann kaiserlicher unddeutscher Truppen, als eine abgesonderte Observationsarmee, wurden demPrinzen Eugen anvertraut und in die Stollhofener Linien auf dem rechtenRheinufer gestellt, um die Armeen Villeroi's, Coigny's und Tallard's aufzu-halten. In diesem Feldzuge, der unter den günstigsten Umständen für dieFranzosen begann und aufs Ungünstigste für dieselben endete, ist der PrinzEugen unter allen Feldherren, die in diesem Feldzuge operirten, der Einzige,dem man keine Vernachlässigungen und Fehler vorwerfen kann, wenn auchdie Umstände, unter denen er sich befand, und besonders, dass nicht er, son-dern der ihm gegenüber ältere Feldmarschall, der Prinz von Baden, den Ober-befehl führte, es ihm nicht erlaubten, ganz selbstständig nach Eingabe seinesGenies zu handeln. Dennoch hat er, wenn und wo es nur ihm vergönnt war,in diesem Feldzuge thatkräftig in den Operationen mitzuwirken, mit der ihmeigenen Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Energie und Entschlossenheit und mitder für ihn nur möglichen Unabhängigkeit von den falschen Kriegsbegriffenund Regeln der Zeit, operirt. In der That wäre es für Leopold I. viel besser