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Poufer bleiben würde, und wie er nur mit der Hauptmacht den Po überschrittenhatte, griff er seine Arrieregarde an. Catinat kehrte zur Hülfe zurück und derPrinz Eugen zog sich nach heftigem Kampfe, in dem er persönlich ins Handge-menge kam und fast getödtet worden wäre, zurück, jedoch erst nachdem ereinige Standarten erbeutet und, was die Hauptsache war, den Marschall Ca-tinat gezwungen hatte, nach Aufhebung der Belagerung von Coni, sich hinterden Po zurückzuziehen. Zum Andenken an diese ausgezeichnete Heldenthatdes Prinzen Eugen wurde eine Medaille mit passendem Bildniss, Aufschrift undAngabe des Tages (28. Juli 1691) geprägt. Diese Waffenthat ist um so be-merkenswerther, weil sie davon Zeugniss giebt, bis zu welchem Grade dieKriegsbegabung des Prinzen Eugen in der kurzen Zeit von acht Jahren, imAlter von 20—28 Jahren, sich entwickelt hatte und was von ihm noch in derZukunft zu erwarten war.
Catinat zog sich nach Saluzzo zurück, und die Armee des Herzogs vonSavoyen wuchs auf mehr als 50,000 Mann an. Mit dieser Armee mar-schirte der Herzog von Moncalieri nach Carignan, und der Prinz Eugen be-lagerte und eroberte Carmagnola. Darauf marschirte der Herzog nach Susa,um es zu belagern, wurde aber durch geschickte Operationen Catinat's ge-zwungen, sich zurückzuziehen. Der Feldzug schien beendet zu sein und PrinzEugen begab sich nach Wien. Bald darauf aber sandte ihn der Kaiser nachTurin zurück, weil Catinat die Feindseligkeiten fortsetzte und Montmelian er-obert hatte. Um den Herzog von Savoyen zu beruhigen, ihn mehr an sich zufesseln und ihn zu verhindern, sich mit Frankreich zu vereinigen, ernannte ihnLeopold I. zum Obercommandirenden aller kaiserlichen Truppen in Italien.
Im Frühjahre 1692 versammelte der Herzog einen Kriegsrath, dessenStimmenmehrheit dahinging, mit überlegenen Streitkräften die 15—16,000Mannstarke Armee Catinat's, die vor Pinerolo stand, anzugreifen. Aber PrinzEugen war ganz anderer Meinung, nämlich einen Einfall in die Dauphine undProvence zu machen; diesen seinen bemerkenswerthen Plan erhärtete er durchganz triftige Argumente und schlug vor, um den Einfall in Frankreich zu ver-heimlichen , Susa zu bedrohen und das Gerücht zu verbreiten, dass Anstaltenzur Belagerung desselben getroffen worden seien, gegen Pinerolo aber 15,000Mann zu belassen , um die Franzosen zu beobachten und aufzuhalten. ZumGlück ging der Herzog von Savoyen darauf ein, und der Plan des PrinzenEugen wurde mit Erfolg ausgeführt.
Prinz Eugen marschirte mit der Avantgarde voran, eroberte Guillesfre an derDurance und darauf die befestigte Stadt Embrun. Catinat aber, zurückgehaltendurch das gegen ihn belassene Truppencorps, konnte den Einfall in die Dauphineund Provence nicht verhindern. Der Prinz Eugen eroberteGap, welches gleich-wie das Schloss Tallard von den deutschen Truppen aus Eache für die Ver-wüstung der Pfalz seitens der Franzosen geplündert und verbrannt wurde.Wenn dieser Einfall weiter hätte fortgesetzt werden können, so wäre durch