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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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VI. Prinz Eugen von Savoyen. Iß3

und Keiterei unter dem Befehle des Prinzen Eugen gesandt. Dieses letztereCorps rückte in Italien Ende Juli ein, der Prinz Eugen begab sich im vorausdorthin und traf den Herzog von Savoyen mit seinen Truppen im befestigtenLager bei Villafranca, in dem Augenblicke, als dieser den Beschluss gefassthatte, das Lager zu verlasseja und den Marschall Catinat anzugreifen. Ver-gebens bemühte sich der Prinz Eugen den Herzog zu überzeugen, dass Catinatüber viel zahlreichere, bessere Truppen verfüge als ei, und dass es vernünftigerwäre, im befestigten Lager die Ankunft der Verstärkungen aus Mailand undOesterreich abzuwarten. Aber der Herzog wollte auf jeden Fall Piemont vonden Franzosen säubern und zu diesem Zwecke einen entscheidenden Kampf mitihnen aufnehmen, obgleich er gar nicht die nöthige militärische Befähigungdazu hatte. Er marschirte dem Marschall Catinat entgegen , ging über denPo und wurde beim Kloster Stafarda geschlagen. Prinz Engen half ihm persön-lich, so viel er konnte, kämpfte mit verzweifelter Tapferkeit, wurde verwundet,deckte mit der Nachhut den Rückzug, konnte aber die Fehler des Herzogs unddie Folgen derselben nicht verbessern. Catinat eroberte die Festung Susaund nahm fast ganz Savoyen ein, der Herzog aber zog sich nach Monca-lieri zurück. Bald darauf kamen die Verstärkungen an und die Streitkräfteder Armee stiegen auf 22,000 Mann; nachdem Prinz Eugen aus einem Hinter-halte 4000 Mann französischer Reiterei geschlagen und den Herzog vonMantua durch Einnahme seiner Länder gezwungen hatte , von einem Anschlussan die Franzosen abzusehen , kehrte er gegen Ende des Feldzuges nach Wienzurück. Auf seine Vorstellung hin beschloss Leopold I. die Zahl seiner Trup-pen in Italien auf 20,000 Mann zu erhöhen und ausserdem noch Englandund Holland um 11,000 Mann Hülfstruppen zu bitten. Den Oberbefehl überalle diese Truppen vertraute er dem Prinzen Eugen an.

Im Frühjahre 1691 begab sich Prinz Eugen nach Turin. Catinat er-öffnete zuerst den Feldzug vom Flusse Var aus, eroberte Nizza, belagerte Car-magnola und verbreitete das Gerücht, dass er Turin zu belagern beabsichtige,pflog aber inzwischen geheime Unterhandlungen mit dem Herzoge von Savoyen,in der Absicht ihn zum Bunde mit Frankreich heranzuziehen. Der Herzog zeigteden ganzen Schriftwechsel dem Prinzen Eugen , der ihm dennoch nicht traute,sondern es für nöthig erachtete, streng alle seine Handlungen zu überwachen.

Darauf belagerte Catinat die kleine Festung Coni und statt des befähigtenFeuquier (des Kriegsschriftstellers) bestimmte er zum Leiter der Belagerungden gänzlich unbefähigten Marquis Bulonde. Prinz Eugen benutzte dies, hin-terging Bulonde durch die falsche Nachricht, dass er am darauffolgenden Tagemit einem Truppencorps herankommen würde, um Coni zu entsetzen und ihn(Bulonde) anzugreifen, und versetzte ihn dadurch in solchen Schrecken, dassdieser eiligst abzog, unter Zurücklassung der Artillerie, der Munition, einesTheils des Trains und aller Kranken und Verwundeten. Der Prinz hatte ge-rade dies erwartet, sowie, dass Catinat in Folge dessen nicht auf dem rechten

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