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Drau eröffnet, um die Türken zu tiberfallen, sie sah sich aber zum Rückzuggenöthigt und wurde von den Türken stark verfolgt. Prinz Eugen, der dieNachhut befehligte, hielt die Türken auf und machte es der Armee möglich,ohne Verlust sich hinter die Drau zurückzuziehen. In der darauffolgendenSchlacht bei Hersana, in welcher die Türken geschlagen, zurückgeworfen undverfolgt wurden, legte der Prinz Eugen nicht nur aussergewöhnliche Eiusichtund Tapferkeit an den Tag, sondern vollbrachte auch eine kühne und glän-zende Heldenthat: indem er mit seinem Regimente die Türken verfolgte, dranger bis an ihr befestigtes Lager vor, Hess seine Dragoner absitzen und erobertean der' Spitze derselben mit Sturm das feindliche Lager. Die Türken wurdengänzlich zerstreut und in die Flucht geschlagen. Mit der Siegesnachrichtsandte der Herzog von Lothringen den Prinzen Eugen nach Wien, der vomKaiser äusserst gnädig aufgenommen und belohnt wurde; bald kehrte er aberzur Armee zurück. Im Anfange des Jahres 1688 wurde er, 25 Jahre alt,zum Feldmarschall-Lieutenant befördert und zeichnete sich von Neuem bei derBelagerung und Erstürmung Belgrad's aus, indem er zuerst die Bresche be-trat. Nach der Eroberung Belgrad's und der gelungenen Affaire des Prinzenvon Baden in Bosnien bezog die Armee Cantonirungsquartiere, und im darauf-folgenden Jahre (1689) erhielt Prinz Eugen eine andere Bestimmung.
Im Jahre 1688 hatte nämlich der dritte niederländische Krieg begonnen,in welchem Leopold I. im Bunde mit dem Kurfürsten von Baiern und einigenandern deutschen Reichsfürsten, mit König Karl XI. von Schweden, mit KönigKarl H. von Spanien und mit dem Prinzen Wilhelm von Uranien, gegenLudwig XIV. sich erhob und sich daher genöthigt sah. gegen die Türken nureinen Theil seiner Streitkräfte unter dem Befehl des Prinzen von Baden zu be-lassen, und seine Hauptmacht unter dem Befehle des Kurfürsten von Baiernund des Herzogs von Lothringen gegen Frankreich zu wenden. Um aber dieStreitkräfte Frankreichs zu zerstückeln, hielt er es für nöthig, gegen dasselbeauch in Italien zu operiren und zu dem Zwecke den Herzog von Savoyen derfranzösischen Politik abtrünnig zu machen und ihn auf seine Seite zu ziehen,was er dem Prinzen Eugen auftrug. Der Letztere wäre lieber in Ungarn denTürken gegenüber geblieben, unterwarf sich aber dem Willen des Kaisers undging nach Turin. Der ihm gewordene Auftrag wurde bedeutend dadurch er-leichtert, dass der Herzog Victor Amadeus n. vonSavoyen ungemein ehr-geizig, selbstsüchtig, eigennützig, scheinheilig, unversöhnlich im Hasse gegenseine Feinde (unter ihnen auch Ludwig XIV.) war. Der Prinz Eugen benutztealles dieses geschickt, schloss im Winter 1689—1690 in Venedig mit demHerzoge einen geheimen Vertrag und kehrte nach Wien zurück.
Aber Ludwig XIV. erfuhr es bald darauf und befahl dem Marschall Catinatmit 12,000 Mann in Piemont einzurücken, was den Herzog zwang, Frankreichden Krieg zu erklären. Ihm zu Hülfe wurden aus Mailand 11,000 Mann spa-nischer und italienischer Truppen und aus Oesterreich 7000 Mann Fussvolk