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von ihnen nicht besiegt worden war und dann, weil ein Defensivkrieg mehrGeschick erfordere als ein Offensivkrieg. (In diesem Feldzuge führte jedocher den Offensiv- und Turenne und später Conde den Defensivkrieg.)
Der Feldzug von 1675 war der letzte in der fünfzigjährigen militärischenund kriegerischen Thätigkeit Montecuculi's. Sein hohes Alter (67 Jahre), seinkrankhafter Zustand und Melancholie gestatteten ihm nicht mehr am KriegeTheil zu nehmen und er widmete sich ausschliesslich den Staatsgeschäften undder "Wissenschaft. Er grämte sich sehr über den für Oesterreich so ungünsti-gen Nymweger Frieden', und wenngleich Kaiser Leopold ihn mit neuen Gna-denbezeugungen überhäufte, ihn zum Keichsfürsten erhob, so konnte ihn dochnichts mehr erfreuen. Bald darauf verlieh ihm der Herzog von Neapel dasHerzogthum Melfi. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Montecuculi in Ge-sellschaft von Gelehrten, förderte die Künste und trug zur Errichtung einerAkademie für Naturwissenschaften bei. Im Jahre 1681, als in Wien die Pestherrschte , begleitete er den Kaiser nach Prag und Linz; beim Einzüge mitihm in den Linzer Palast wurde er, neben dem Kaiser fahrend, durch einenherabstürzenden Balken schwer am Kopfe verwundet und starb nach einigenTagen, am 16. October 1681 im 78. Lebensjahre. Er wurde in der Jesuiten-kirche zu Wien bestattet. Er hinterliess einen einzigen Sohn, den FürstenLeopold Philipp, kaiserlichen Feldmarschall und Capitain der kaiserlichenGarde, der seinen Vater nicht lange überlebte.
Montecuculi War von hohem Wüchse und von starker, kräftiger Körperbe-schaffenheit ; seine dunkle Gesichtsfarbe und sein schwarzes krauses Haar gabenseinem Gesichte ein ernstes, strenges Aussehen. Er war ungemein stolz, aberdabei sehr menschenfreundlich und von der Natur mit allen Aulagen zu einemgrossen Feldherrn ausgestattet; immer vorsichtig und verständig, besass ernicht die Kühnheit und den Unternehmungsgeist der besten Feldherren des30jährigen und niederländischen Krieges, gegen die er kämpfte, aber er ver-stand es durch Tapferkeit und Ausdauer, ungeachtet der Beschränktheitder ihm zu Gebote stehenden Mittel, alle Hindernisse zu beseitigen. Er hattedie Gabe, sich die Liebe und das Vertrauen seiner Untergebenen zu erwerbenund selbst unter den schwierigsten Umständen ihre moralischen Kräfte auf-recht zu erhalten. Ein Feind des Hoflebens, hielt er sich soviel als mög-lich von demselben entfernt und widmete sich im häuslichen Kreise bis zuseinem Tode den Wissenschaften, hauptsächlich den Kriegswissenschaften undder Geschichte. Er hinterliess eine Menge Werke, unter denen den erstenPlatz einnimmt: Memoiren über den Krieg : {»Memorie della guerra ed instruzioned'un generale«). Ausserdem hat er von der Zeit an, wo er seine Thätigkeit alsselbstständiger Heerführer begann, mit der grössten Genauigkeit Aufzeich-nungen über bemerkenswerthe staatliche und militärische Begebenheiten ge-macht , und diese Aufzeichnungen können als wichtiges Material für die politi-tische und Kriegsgeschichte des 17. Jahrhunderts dienen.