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wohin er auch die Brücke von Ottenheirn verlegte. Nun ging Montecuculinach Offenburg und von dort nach Urloffen, Turenne aber ging über die Einzigund verlegte Montecuculi von Neuem den Weg nach Strassburg. Montecuculiüberschritt den Fluss Rench, wandte sich zum Rhein vermittelst eines Flanken-marsches und nahm Stellung in einer befestigten Position in der Nähe vonScherzen. Turenne folgte ihm und stellte sich bei Freistett, in der Nähe derMündung der Rench, auf. Hier standen beide Armeen drei Wochen einanderunthätig gegenüber. Endlich nöthigte Mangel an Proviant Turenne zu einementscheidenden Eampf und darum überschritt er mit der Hälfte seines Heeresden Fluss Rench, um den linken Flügel Montecuculi's zu umgehen und ihn vonOffenburg abzuschneiden. Vorsichtig und besorgt für seine Communicationenzog sich Montecuculi nach Sassbach zurück und nahm von Neuem Stellung aufseinen Communicationen. Turenne folgte ihm, und überzeugt von seinem Er-folge in der Gegend, wohin er Montecuculi zum Rückzuge gezwungen hatte,bereitete er sich zum Eampf vor, als er am 27. Juli von einer Eanonenkugelgetödtet wurde. Montecuculi bedauerte tief den Tod Turenne's, »des Menschen,der der Menschheit so viel Ehre gemacht hat«, wie er dem Eaiser schrieb undes mehr als ein Mal gegen seine Umgebung ausgesprochen hat. Nach demTode Turenne's zog sich die französische Armee nach Altenheim zurück, Mon-tecuculi verfolgte sie, griff sie den 1. August bei Willstett an, brachte ihreinen Verlust von 5000 Mann bei, zwang sie sich hinter den Rhein nachSchlettstadt zurückzuziehen, ging selbst am 5. August bei Strassburg auf daslinke Rheinufer über und belagerte Hagenau. Conde. der die Stelle Turenne'seingenommen hatte, marschirte mit 15,000 Mann nach Golzheim. Montecuculihob die Belagerung auf und ging ihm bis Schillheim entgegen, als er aber sah,dass jener sich hinter dem Flüsschen Breusch stark befestigt hatte, wagte er esnicht, ihn anzugreifen, sondern schlug sein Lager bei Hochberg auf. Damit en-dete der Feldzug und im November bezogen beide Armeen ihre Winterquartiere.Der Feldzug von 1675 wurde nach den damaligen Begriffen für noch be-deutender erachtet, als der Feldzug vom Jahre 1673, so dass Folard im Aus-bruch seines Entzückens es aussprach, dass ganz Europa mit angestrengterAufmerksamkeit das geschickteste dreimonatliche Manövriren der beiden gröss-ten Feldherreu jener Zeit verfolge! Unstreitig bewiesen sie nach den damali-gen Begriffen eine grosse Eunst im Manövriren, aber ihre erstrebten Ziele warensehr unbedeutend und die Resultate noch geringer. In jedem Falle aber er-reichten sowohl Montecuculi im Jahre 1673 als Turenne 1675 ihr Ziel ohnejeden Eampf, nur durch Manövriren. Man kann nicht wissen, wie wohl derFeldzug von 1675 geendigt hätte, wenn Turenne nicht getödtet worden wäre;nach seinem Tode ging Montecuculi zwar auf das linke Rheinufer über, er-reichte aber sein Ziel — einen Einfall ins Elsass, doch nicht. Nach seinerMeinung gereichte ihm aber dieser Feldzug mehr als jeder andere zur Ehre,weil er, obschon er Turenne und Conde nicht hatte besiegen können, doch auch