V. Montecuculi. 155
Dänemark einfiel, wurde Montecuculi, der unterdessen Feldmarschall gewordenwar, dorthin mit einem Heere von 11,000 Mann und 20 Geschützen gesandt.In Wittstock; vereinigte sich mit ihm der Kurfürst von Brandenburg mit 16,000Mann und 42 Geschützen und in Holstein Tscharnetzky mit 8000 Mann polni-scher Truppen. Ihre vereinigten Corps eroberten den grössten Theil desLandes und zwangen die Schweden zum Rückzuge. Montecuculi befreiteKopenhagen von der Landseite, ehe die Holländer zu Wasser Verstärkungschicken konnten. Dann setzte er mit 6000 Mann auf die Insel Möen überund unterwarf Lundenburg. Im Mai 1659 eroberte er im Verein mit dem Kur-fürsten von Brandenburg die starke Festung Friedrichsheide ; sein Einfall aufdie Insel Fünen aber misslang, und erst Ende November gelang es nach bluti-gen Kämpfen den Verbündeten, sie zu erobern. Darauf begab sich Monte-cuculi nach Pommern, eroberte Dammgarten, Demmin, Uckermünde uud bezogWinterquartiere in Mecklenburg. Nach Abschluss des Friedens von Oliva(3. Mai 1660) wurde er zum kaiserlichen Geheimrath und Gouverneur vonRaab ernannt. In demselben Jahre erhielt er den Oberbefehl über die 25,000Mann starke Armee, die gegen die Türken gesammelt war, welche in Sieben-bürgen eingefallen waren, den 30. Juni rückte er dort ein, den 10. Augustwar er schon bis vor Eperies vorgerückt und marschirte nun nach Kered, wäh-rend die Türken trotz ihrer Ueberlegenheit an Streitkräften sich hinter Neu-markt zurückzogen. Da Montecuculi aber die ihm von den Ungarn zugesagtenVerstärkungen nicht erhielt, musste er sich bis Szathmar und von dort überTokay und Bedrog nach Kaschau zurückziehen, wobei seine Armee durchHunger und Krankheit gegen 5000 Mann verlor. Von den Kriegsoperationenin Ungarn in den Jahren 1662—1663 ist nur der Entsatz von Klausenburgbemerkenswerth. Die Casse des Kaisers war erschöpft, die Zahl seinerTruppen verminderte sich rasch, und der Grossvezier staud mit 170,000Mann bei Weissenburg. Endlich entschlossen sich die Ungarn eine allge-meine Landesbewaffnung anzuordnen. Montecuculi sammelte die kaiserlichenTruppen bei Altenburg, um Komorn, Raab und Neuhäusel zu decken, aber dieTürken vernichteten in der Nähe der letztern Stadt das Corps des Generals GrafenForgaez und eroberten im September Neuhäusel. Bald darauf legte Montecuculiden Oberbefehl über die Armee nieder und begab sich nach Wien. Im Jahre1664, als die Dinge in Ungarn eine noch ungünstigere Wendung nahmen unddie Türken Kroatien und Steiermark mit einem Einfall bedrohten, wurde Mon-tecuculi von Neuem der Oberbefehl über die Armee .in Ungarn anvertraut.Am 14. Juni sammelte er die österreichischen und ungarischen Truppen imLager bei Legrad an dem Flusse Mur, den 8. Juli vereinigte er sich bei Raze-Kanizsa mit der kaiserlichen Armee unter dem Befehle des Markgrafenvon Baden, zwang die Türken Siebenbürgen zu räumen und vereitelte durchklug-vorsichtiges Zögern alle ihre Unternehmungen, bis er sich am 22. Julibei Bistritz mit dem französischen Hülfsheer vereinigte und nun am 1. August