V. Montecuculi. 153
liehen Seite näher betrachten, und zwar als ältesten unter ihnen zunächst Mon-tecuculi und sodann den Prinz Eugen von Savoyen und Marlborough.
Graf Kaimund Montecuculi war 1608 in Modena geboren, erhielt einesorgfältige Erziehung und Ausbildung, lernte mit Vorliebe die Kriegswissen-schaften und begeisterte sich so sehr für das Kriegswesen, dass er heimlichdas Elternhaus verliess und als Volontär in das in der Nähe stehende Heertrat. Zum Vater zurückgeschickt, lief er zum zweiten Mal fort und wurdeendlich 1627, 19 Jahre alt, in das in Schweinfurt stehende Regiment Colaltoauf Wunsch seines Oheims, des Befehlshabers der kaiserlichen Artillerie, desGrafen Ernst Monteciftuli, als gemeiner Musketier eingereiht, damit er alleGrade durchlaufend, vollkommen mit allen Verpflichtungen des Militärstandesbekannt würde. Die ersten Feldzüge machte er in Deutschland, Flandern undHolland zeichnete sich in denselben bei jeder Gelegenheit aus und wurde 1628zum Officier befördert. Um auch den Reiterdienst kennen zu lernen, trat erin demselben Jahre in das kroatische (Husaren-) Regiment über, wurde aber1629 mit Beförderung zum Capitain wieder zur Infanterie versetzt. In denJahren 1629—1630 stand er bei der Armee Tilly's, wo er sich bei der Erstür-mung von Amersfoort, bei Calbe an der Saale und bei Aschersleben auszeich-nete. 1631 wurde er bei Neu-Brandenburg in Mecklenburg schwer verwundetund nach seiner Genesung als Rittmeister in das Dragoner-Regiment des GrafenErnst Montecuculi versetzt; mit demselben nahm er an der Schlacht von Leipzig(17. September 1631) Theil, wurde dort wieder verwundet und gerieth beimRückzuge in Gefangenschaft. 1633 war er schon Obrist im Vitzthum'schenKürassier-Regiment und stand zur Zeit, als Wallenstein ermordet wurde, inSchwaben. In der Schlacht bei Nördlingen (1634) und bei der Erstürmungvon Kaiserslautern (17. Juli 1635) bewies er ungewöhnliche Tapferkeit, be-sonders bei letzterer Stadt, wo er an der Spitze von 200 abgesessenen Küras-sieren als Erster die Bresche betrat und den schwedischen Commandanten ge-fangen nahm, wofür er als Belohnung zum Chef des Aldobrandini'sehen Kürassier-Regiments ernannt und von nun an selbstständiger in seiner kriegerischenThätigkeit wurde. Im Jahre 1636, als er sich mit der Armee des GrafenHatzfeld in Mecklenburg und Pommern befand, überfiel er den General Wrangelbei Wolmirstädt, führte in der Schlacht bei Wittstock einige glänzende Angriffeaus und deckte darauf den Rückzug der kaiserlichen Truppen. 1637 kämpfteer aufs Neue in Pommern und 1638 befehligte er die Avantgarde des Ma-zarin'schen Corps, welches zum Entsatz der von Bauer belagerten Stadt Frei-berg heranmarschirte, aber bei Chemnitz geschlagen wurde. Im Jahre 1639vertheidigte er und der General Hof kirchen mit acht Infanterie- und zehn Ca-vallerie - Regimentern gegen Bauer den Uebergang über die Elbe bei Melnik:sie wurden jedoch von der schwedischen Reiterei, die über die Elbe geschwommenkam, geschlagen und Montecuculi gerieth aufs Neue in Gefangenschaft, in derer dritthalb Jahre verblieb und sich während dieser Zeit mit Kriegswissen-