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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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IL Conde. 145

beschrieben. Wir wollen sie hier kurz und im allgemeinen Zusammenhangeauseinandersetzen.

Als im Jahre 1649 in Frankreich innere Unruhen und Wirren ausbrachenin Folge der Unzufriedenheit der Prinzen des königlichen Hauses und ihrerAnhänger (Fronde) , die gegen die Königin-Regentin, Anna von Oesterreich,die Mutter des damals unmündigen Ludwig XIV. und besonders gegen ihrenersten Minister, den Cardinal Mazarin, gerichtet waren , eilte Conde nachFrankreich, und indem er sich eifrig auf die Seite der Fronde stellte, blokirte erParjs, trug zur Wiederherstellung der Ordnung und zur Rückkehr seines ver-bannten Parteigenossen und Freundes Turenne bei. Aber Mazarin nahmRache an dem Prinzen Conde, indem er ihn bald darauf im Schlosse von Vin-cennes festsetzen Hess. Dafür rächte sich Conde seinerseits an Mazarin, nach-dem er die Freiheit wieder erlangt, dadurch, dass er in den Niederlanden sichden Spaniern anschloss und seine Waffen und seine kriegerische Begabunggegen Frankreich oder, richtiger gesagt, gegen die von Mazarin geleitete Re-gierung Frankreichs richtete. Im Jahre 1651 unterwarf er seiner Machtschnell einen Theil Südfrankreichs, konnte aber, weil er nur in Eile zusammen-geraffte Truppen hatte, mit denselben keine bedeutenden Erfolge über diekönigliche Armee unter dem Befehle des Grafen d'Harcourt erzielen.

Nachdem er ungefähr 14,000 Mann um sich gesammelt, rückte er gegenOrleans heran, eroberte Montargis, schlug den Marschall Hocquincourt, waraber bei Blenot gezwungen vor der Armee des ebenso erfahrenen und ge-schickten, aber vorsichtigeren Turenne zu weichen. Conde marschirte minnach St. Denis, und nachdem er dasselbe erobert, nach Charenton; aberTurenne verfolgte ihn auf Schritt und Tritt und zwang ihn, sich in die Vor-stadt von Paris St. Antoine zu werfen, wo er ihn angriff. Hier entstand zwi-schen ihnen ein heftiger Kampf, und wahrscheinlich wäre Conde in demselbenumgekommen, wenn die Einwohner ihn nicht auf Bitten der Herzogin vonMontpensier durch Paris hindurch in die Vorstadt St. Jacob hätten ziehen lassen,von wo aus er seine Vereinigung mit der spanischen Armee des Generals Fuen-saldan auf dem linken Seine-Ufer bewerkstelligte. Aber auch diese Armeetrennte sich von ihm, ehe er noch etwas Wichtiges unternehmen konnte, undso zog er sich in die Niederlande zurück. Von hier marschirte er im Jahre1653 von Neuem nach Frankreich, im Verein mit den spanischen Heerestheilendes Erzherzogs Leopold und Fuensaldan's; durch die Unentschlossenheit ihrerOperationen aber hatte auch dieser Feldzug keine besonders wichtigen Resul-tate. Im Allgemeinen war das gemeinschaftliche Operiren mit denselben demebenso unternehmenden und entschlossenen wie geschickten Conde" ungemeinhinderlich. Endlich belagerten sie im Jahre 1654 Arras, allein Turennezwang sie durch einen plötzlichen Ueberfall zur Aufhebung der Belagerungund zum Rückzuge, wiewohl Conde den letzteren tapfer deckte. Nachdem ereinen Brief aufgefangen, den Turenne in Veranlassung dieses Rückzuges ge-

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