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schrieben hatte (siehe oben in der Biographie des Letzteren] , fühlte Condesich beleidigt, dass Turenne in diesem Briefe über ihn (Conde) sprach, obgleichin dem Briefe nichts Beleidigendes für Conde's Ehre enthalten war, und sandtean Turenne eine ziemlich derbe Antwort ab. Turenne schwieg still, aber vondieser Zeit an entstand zwischen ihnen eine zeitweilige Spannung. Im folgen-den Jahre 1655 hatte der Feldzug Conde's im Bunde mit Spanien ebenfalls garkeine wichtigen Resultate, und im Jahre 1656 beschränkten sich die Operationenund Erfolge Conde's nur darauf, dass er sich an Turenne für Arras rächte, in-dem er Letztern durch einen gleichen plötzlichen Ueberfall zwang, die Belage-rung von Valenciennes aufzuheben und sich zurückzuziehen. Im Jahre 1657gelang es ihm, Cambrai von der Belagerung zu befreien; jedoch von seinemVorhaben, Calais durch einen Handstreich zu nehmen, musste er abstehen.Von dieser Zeit an blieb er, in Folge einer schweren Krankheit, von der er inBrüssel befallen ward, lange in Unthätigkeit; nach seiner Genesung aber hatteer keine Gelegenheit zu wichtigen Kriegsthaten. Nach dem bald darauf er-folgten Abschlüsse des Pyrenäischen Friedens (7. November 1659) wurdenihm alle seine Besitzungen in Frankreich und alle Seine Würden wiedergegeben,und er kehrte endlich im Jahre 1660 in sein Vaterland zurück, wo er vomVolke mit grosser Begeisterung empfangen und von Ludwig XIV. mit beson-derer Gnade aufgenommen wurde. Hierauf verlebte er acht Jahre in völligerZurückgezogenheit auf seinen Besitzungen. Im Jahre 1668 unternahm Lud-wig XIV. auf seinen Rath hin die Eroberung der Franche-Comte und beauf-tragte damit Conde, der diese Provinz auch in zwei Wochen eroberte. ImJahre 1672 begleitete er LudwigXIV. auf demFeldzuge nach den Niederlandenund unter des Königs Oberbefehl war er der wirkliche Anführer der Armee,zusammen mit Turenne, mit dem er sich wieder ausgesöhnt hatte. Er unter-warf die Festung Wesel und einige andere weniger wichtige Festungsplätze,wurde aber beim Uebergange über den Rhein verwundet. Sodann befehligteer das am Rhein operirende Heer und im Jahre 1673 die Observationsarmeegegen Holland, hatte aber weder hier noch dort Gelegenheit, irgend etwasBemerkenswerthes zu vollbringen, weil die Kriegsoperationen unbedeutenderNatur waren. Dagegen erfocht er im Jahre 1674 (am 11. August) in deräusserst blutigen Schlacht bei Senef über den Prinzen von Oranien einen Sieg,obgleich sich auch der Feind denselben zuschrieb. Nachdem er sich in dieFestung Oudenaarde zurückgezogen, begab er sich nach Frankreich. Lud-wig XIV. empfing ihn auf der Treppe seines Palastes, und als Conde, der anPodagra litt, sich entschuldigte, dass er so langsam gehe, sagte der König zuihm: »Mein Bruder, wer so mit Lorbeern belastet ist, wie Sie, der kann nichtschneller gehen.« In demselben Jahre noch wurde dem Prinzen Conde derThronPolens angetragen, aberlntriguen hinderten ihn, denselben anzunehmen.Nach Turenne's Tode befehligte er im Auftrage Ludwig's XIV. die Armee inDeutschland, und durch geschicktes Manövriren vereitelte er alle Pläne des