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konnte. Man kann es sich gar nicht vorstellen, wie Alles glückte; es warnöthig, dass fast alle angeordneten Massregeln, um solch einen glücklichen Er-folg zu erlangen, glückten. Ich habe Gott gedankt, dass mir die meinem Her-zen so nahe liegende Sache so gut gelungen. Hier ist nicht nur ein Erfolg,sondern mehrere, wie man sagen kann [voilä bien des fois reumtj.« Den Siegbei Dünkirchen im Jahre 1658 zeigte er seiner Gemahlin mit folgenden kurzenWorten an : »Der Feind rückte auf uns los; er wurde geschlagen; Gott seiDank dafür. Ich bin etwas müde, gute Nacht, ich gehe schlafen.«
Sein Aeusseres, nach seinen Portraits und den Worten der Biographenund Geschichtschreiber zu urtheilen, hatte ungeachtet des ernsten Gesichts-ausdruckes eine besondere Anziehungskraft und erregte in Jedem den unwill-kürlichen Wunsch sich ihm zu nähern. Er war von mittlerem Wüchse, hatteregelmässige Gesichtszüge, eine hoheStirn, grosseAugen, dichte herabhängendeund fast zusammengewachsene Augenbrauen und langes dunkles Haar, dasbis auf die Schultern herabfiel. Sein Gesichtsausdruck war hell, gutmüthig,aber scharfsinnig und zeitweise träumerisch. Alles dieses zusammengenommenverlieh, den Gesichtszügen Turenne's, nach den Aufzeichnungen Kamsay's,Strenge mit Geist und Gutmüthigkeit gepaart.
Der bewunderungswürdige Lebenslauf Turenne's fand auch einen würdi-gen Abschluss.
Turenne verlor plötzlich das Leben , von einer verirrten feindlichen Ka-nonenkugel getroffen, ohne die Leiden des Alters erprobt, den Tod durch Krank-heit erlitten, seinen Ruhm überlebt und seine Lorbeern verwelkt gesehen zu haben,'und nahm als schönes Vorbild für künftige Feldherren die Achtung und Be-wunderung der Zeitgenossen mit in sein Grab. Die Umstände seines Todessind ausführlich in der Beschreibung seiner letzten beiden Feldzüge in denJahren 1G74 und 1675 auseinandergesetzt, die Ende des Jahres 1675 vonDeschamps , einem französischen Stabsofficier, welchen Conde zum Erzieherseines Enkels, des Herzogs vonBourbon, ernannt, und der an beiden FeldzügenTheil genommen hatte, auch Augenzeuge des Todes Turenne's gewesen war,herausgegeben worden ist. Wir wollen aus dieser seiner Schrift einiges Näheredarüber entnehmen.
Vorher ist zu bemerken , dass Folard, wo er von dem letzten FeldzugeTurenne's im Jahre 1675 spricht, denselben einen musterhaften Feldzug so-wohl Turenne's als Montecuculi's nennt. »Die Geschichte,« sagt er, »hatteTurenne einen seiner würdigen General, Montecuculi, entgegengestellt, und diesebeiden grossen Feldherren, welche die Aufmerksamkeit von ganz Europa aufsich gezogen hatten, erschöpften in diesem Feldzuge alle höheren Mittel derKriegskunst durch ausgezeichnetes Manövriren, das der allerglänzendsten Siegewerth war. Schliesslich brachte der Held Frankreichs seinen Gegner in einesolche Lage, dass er aus ihr wahrscheinlich nicht anders herausgekommenwäre, als indem er den Ruhm Turenne's, sich zum Schaden, erhöht hätte, —