132 Beilagen.
Armee von Furnes. zwischen dem Meere und demCanal von Furnes, nach denDünen (Sandhügel, welche Dünkirchen umgeben). Turenne Hess 6000 Mannin denTrancheen zurück, um die Belagerung fortzusetzen, vereinigte die übrigen18 Bataillone (9000 Mann) und 56 Escadrons (6000Mann) mit 10 Geschützenhinter der Circumvallationslinie in der Nähe des Meeres gegen den Feind undmarschirte selbst mit einem Reiterregimente vorwärts, warf die feindliche Rei-terei (wobei Hocquincourt getödtet wurde) und stellte am Nachmittage des13, Juni seine Streitkräfte in der Stärke von 15,000 Mann hinter die Circum-vallationslinie , mit dem rechten Flügel zum Canal von Furnes, mit dem linkenzum Meere (wo sich die englische Flotte befand), in zwei Linien auf, dasFuss-volk in der Mitte und die Reiterei an den Flanken, mit 10 Escadrons in zweiReserven hinter jeder Linie. Die spanische Armee (13 Bataillone und 60Escadrons, ganz ohne Artillerie, die nicht angekommen war, im Ganzen gegen12,000 Mann Truppen) war auf sehr nahe Distanz von den BefestigungenTurenne's herangekommen, hatte in der ersten Linie die ganze Infanterie, undin der zweiten die Reiterei, auf dem rechten Flügel- in vier Linien und auf demlinken (Conde) in acht Linien, weil das Terrain zwischen dem Meere und demCanal sehr beengt war. In der Nacht vom 13. zum 14. Juni erfuhr Turenne,dass der Feind ganz ohne Artillerie war; er rückte daher mit Tagesanbruchdes 14. aus seinen Linien vor und griff seinerseits die feindliche Armee zuerstan. Nach starker Kanonade Hess er alle seine Truppen zum Angriffe vor-rücken. Durch tiefen Flugsand von einem Sandhiigel zum andern watend,erreichte endlich die französische Infanterie im steten Kampfe die feindlicheSchlachtlinie und griff sie gleichzeitig mit dem Angriffe des rechten feindlichenFlügels durch englische Truppen, unter Mitwirkung des Feuers der Flotte undder französischen Reiterei vom linken Flügel, an. Die Spanier, in Fronte,Flanke und Rücken angegriffen, geriethen in Unordnung, wurden geschlagenund ergriffen unter grossem Verluste die Flucht. Aber auf dem andern Flügeldauerte die Schlacht länger und war heftiger. Zuerst geriethen zwei BatailloneConde s in Unordnung und brachten Verwirrung in der ersten Linie hervor.Turenne griff sie mit derReiterei seines rechten Flügels an; Conde wurde zurück-gedrängt, aber seinerseits griff er die numerisch schwächere französische Reitereian, warf sie zurück, verfolgte sie und hätte beinahe die Linien Turenne's durch-brochen. Letzterer verstärkte jedoch seine Reiterei und führte sie persönlichzum Angriffe gegen Conde', der nach hartnäckigem Kampfe und verzweifeltenAnstrengungen endlich zum Weichen gezwungen war und fast selbst in Gefangen-schaft gerieth; seine Reiterei aber wurde geworfen und in die Flucht geschlagen.Turenne erfocht einen vollständigen Sieg mit unbedeutendem Verlust, die Ar-mee Don Juan's und Conde's dagegen war aufs Haupt geschlagen, sie verlorgegen 4000 Mann an Todten, Verwundeten und in den Canälen Ertrunkenen,und gegen 3000 Mann an Gefangenen, fluchtete nach Furnes und schlosa sichauf Anrathen des Herzogs von York in die vier Festungen Ostende (Conde),