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Gelegenheit benutzend, die Armee der Fronde in getrennten Abtheilungen zuachlagen und sie von Paris abzuschneiden, was ihm auch gelang, indem erzwischen derselben und Paris Stellung nahm. Er rückte gegen sie nach Etam-pes vor; als er jedoch Kunde erhielt, dass der Herzog von Lothringen mit10,000 Mann durch die Champagne der Fronde zu Hülfe heranmarschire, wandteer sich gegen den Letztern nach Villeneuve-St.-Georges (südöstlich von Paris)und gedachte ihn anzugreifen, um ihn zum Rückzuge zu zwingen. Aber derHerzog von Lothringen schloss mit ihm einen Vertrag und zog sich hinter denFluss Yeres zurück. Nun marschirte die Armee der Fronde, der es nicht ge-lungen war, sich mit ihm zu vereinigen, nach St. Cloud und von dort nachSt. Denis und Paris zu der Zeit, als Turenne sich nach Lagny an der Marne,gegen ein Trnppencorps wandte, das aus Flandern der Fronde zu Hülfe herau-marschirte. Als Turenne aber erfuhr, dass das Hülfscorps noch weit entferntund- Conde aus St. Cloud bereits bis nach St. Denis und Paris vorgerückt sei,wandte er sich gegen ihn und griff die vom Prinzen Conde eingenommene Vor-stadt St. Antoine an. Hier fand (5. Juli) ein hartnäckiger Kampf statt, bisConde mitten durch Paris sich hinter die Seine in die Vorstadt St. Jacques zu-rückzog. Ihm zu Hülfe rückten gleichzeig heran : die spanische Armee aus Flan-dern und der Herzog von Lothringen aus der Champagne und vereinigten sichin Fismes. Der in Schrecken versetzte Hof wollte sich nach Burgund undnach Lyon begeben, aber Turenne überredete Mazarin, den Hof zum Verbleibenan der Oise (nördlich von Paris) zu bewegen, indem er ihm vorstellte, dass dieEntfernung desselben nach dem Süden Alles verderben würde. In Folge dessenzog sich der Hof nach Pontoise zurück , Turenne aber rückte nach Compiegneund deckte Paris vor der spanisch-lothringischen Armee.
Bald darauf jedoch kehrte die Hauptmacht des spanischen Heeres nachFlandern zurück und Hess nur einen Theil der Truppen bei dem Herzoge vonLothringen stehen. Letzterer rückte nach Paris vor; Turenne ging ihm ent-gegen , konnte aber seine Vereinigung mit Conde nicht verhindern und stelltesich gegen dieselben in einer befestigten Position am rechten Seine-Ufer in derNähe von Corbeil auf. Hier blieben beide Armeen fünf Wochen lang, nur mitder Führung des kleinen Kriegs beschäftigt. Nach Ablauf dieser Zeit, mitBeginn des Herbstes und der Regenzeit, ging Turenne nach Meaux und vondort, nachdem Conde und der Herzog von Lothringen nach der Champagne ab-gezogen waren, hinter die Marne nach Senlis.
Es ist deutlich, wie viel Turenne zur Rückkehr des Hofes nach Paris bei-getragen, wo der junge König Ludwig XIV. am 21.0ctober seinen feierlichenEinzug hielt. Nur Conde" und der Oheim des Königs, der Herzog von Orleans,der sich nach Blois zurückgezogen hatte, söhnten sich mit ihm nicht aus. Dieübrigen Städte Frankreichs folgten dem Beispiele von Paris, und der Fronde-krieg war beendet. Alle andern Kriegsoperationen dieses Jahres zwischenTurenne einerseits (10,000 Mann) und Conde" mit dem Herzoge von Lothringen