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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 2 (1874) Kriege der II. Hälfte des XVII. und I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts : 1648 - 1740
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I. Turenne. \ 95

knem Re-julta t führten. Schliesslich wurde beschlossen zurückzugehen undMouzon an der Maas, in der Nähe von Södan, zu belagern. Nach siebenWochen übergab sich Mouzon, die spanischen Truppen bezogen in FlandernWinterquartiere und Turenne blieb mit seinen SOOü Mann zwischen der Maasund der Aisne. Die französische Armee ihrerseits verblieb die ganze Zeitüber in der Champagne in Unthätigkeit und belagerte endlich im DecemberRethel. Turenne eilte dieser kleinen Festung zu Hülfe, kam aber zu spät, siehatte sich schon ergeben und Turenne zog sich ins Thal bei Bourg zurück. DerOberbefehlshaber der französischen Armee, Marschall Duplessis, rückte ihmnach. Turenne griff ihn zuerst an, aber der Kampf endete nicht zu seinenGunsten; seine Truppen erlitten bedeutenden Verlust, ein grosser Theil desFussvolks streckte die Waffen, viele Generäle geriethen in Gefangenschaft,Turenne selbst entging kaum diesem Schicksale und entkam mit nur 500 MannReiterei durch die Champagne nach Bar-Ie-Duc. Nachdem er hier einen Theilseiner Truppen gesammelt, zog er sicli nach Moutmedy zurück und bezog inder Umgegend Quartiere. Napoleon I. tadelt ihn scharf, dass er sich in einenKampf eingelassen, aber nicht dies war die Ursache seinerNiederlage, sonderndas Zusammentreffen ungünstiger Umstände. Dieser ganze Feldzug hatte-ausserdem gar keine wichtigen Resultate, weil Turenne nicht selbstständig,sondern zusammen mit dem Erzherzoge operirte.

Im Winter von 165051 erlangten die französischen Prinzen ihre Frei-heit ; der Cardinal Mazarin wurde des Landes verwiesen und begab sich nachKöln; Turenne eröffnete Friedensunterhandlungen zwischen Frankreich undSpanien, kehrte aber im Mai 1651 wegen gänzlicher Erfolglosigkeit der Ver-handlungen nach Paris zurück, wo ihm Amnestie zu Theil wurde.

Auf den Vorschlag des unzufriedeuen Conde (der in seine StatthalterschaftGuyeune zurückgekehrt war), im Verein mit ihm den Krieg weiter fortzuführen,ging er nicht ein. Nach der Rückkehr Mazarin's an den Hof von Poitiers er-hielt Turenne im Anfange des Jahres 1652 den Auftrag, zusammen mit demMarschalle Hocquincourt gegen Conde zu operiren. Hocquincourt und Turennehatten an Truppen jeder kaum 9000 Mann (grösstentheils Reiterei), im Ganzengegen 18,000 Mann. Die Armee der Fronde anderseits zählte gegen 14,000Mann unter dem Oberbefehle des Herzogs von Beaufort und stand zwischenMontargis und der Loire; späterhin traf Conde ein und übernahm den Ober-befehl über dieselbe. Die Operationen bestanden beiderseits darin, dass dieArmeen der Fronde offensiv von Montargis über den Briare - Canal in derRichtung auf Etampes (südlich von Paris) , St. Denis und Paris selbst operirte,während Turenne und Hocquincourt sich auf die Defensive und aufs Manövrirenbeschränkten und dem Hofe, welcher von Poitiers aus einer Stadt in die anderebis St. Denis übersiedelte, zur Deckung dienten. Auf diesem Terrain, zwischendem Briare - Canal, der Loire, St. Denis und Paris operirte Turenne ge-schickt mit seinen schwachen Streitkräften, bald offensiv, bald defensiv, jede